Kurz beantwortet: Stand: Oktober 2026. Du stellst den BAföG-Antrag online über BAföG Digital (bafoeg-digital.de). Du beantwortest einen Fragebogen, lädst Nachweise hoch und unterschreibst mit einer eID oder druckst den Antrag aus und schickst ihn per Post. Für den Folgeantrag nennt bafoeg-aktuell.de die Faustregel: Spätestens zwei Monate vor Ablauf des Bewilligungszeitraums.
Den BAföG-Antrag stellst du in den meisten Fällen online über das Portal BAföG Digital, das Bund und Länder gemeinsam anbieten. Ob du online oder auf Papier antragst, die Angaben, die das Amt braucht, bleiben im Kern gleich. Dieser Ratgeber zeigt dir den Ablauf von der Vorbereitung bis zur Unterschrift, damit du beim Ausfüllen nicht ins Stocken gerätst.
Das Wichtigste in Kürze
- BAföG Digital ist das Online-Portal für den Antrag. Du beantwortest einen Fragebogen und lädst die Nachweise direkt hoch.
- Eltern oder Ehegatten erhalten einen Link per E-Mail und tragen ihre Angaben selbst ein.
- Unterschrieben wird mit dem neuen Personalausweis oder einer elektronischen Aufenthaltstitel-ID. Ohne eID druckst du den Antrag aus und schickst ihn per Post.
- Für den Folgeantrag nennt bafoeg-aktuell.de die Faustregel: Spätestens zwei Monate vor Ablauf des Bewilligungszeitraums.
- Der Regierungsentwurf zur 30. BAföG-Änderung sieht vor, dass Anträge ab dem 1. April 2027 nur noch über BAföG Digital möglich sind. Das ist noch nicht beschlossen.
Was du vor dem Start bereithalten solltest
Bevor du anfängst, lohnt sich eine kurze Liste. Der Fragebogen lässt sich zwar zwischenspeichern, aber viele Angaben gehen schneller, wenn die Unterlagen vor dir liegen. Dazu gehören deine Angaben zur Ausbildung, die Bescheinigung deiner Hochschule und, wenn deine Eltern unterhaltspflichtig sind, Angaben zu deren Einkommen.
- Die Bescheinigung nach § 9 BAföG, die die Ausbildungsstätte ausfüllt (Formblatt 2). Alternativ reicht die maschinell erstellte Immatrikulationsbescheinigung.
- Die Angaben zum Einkommen deiner Eltern oder deines Ehegatten, soweit das Portal sie abfragt. Das Einkommen der Eltern wird nur angerechnet, wenn du nicht elternunabhängig gefördert wirst.
- Belege zu eigenem Einkommen und Vermögen, etwa Gehaltsnachweise aus einem Nebenjob.
Welche Formblätter sich hinter dem Fragebogen verbergen, erklären wir im Ratgeber zu den BAföG-Formblättern. Die Nummern dort stammen aus dem Überblick von bafoeg-aktuell.de, den du vor dem Absenden mit dem Amt abgleichen solltest.
Schritt für Schritt: So läuft der Online-Antrag ab
- Öffne BAföG Digital unter bafoeg-digital.de und starte den Fragebogen. Du kannst jederzeit unterbrechen, denn der Zwischenstand wird gespeichert.
- Beantworte die Fragen zu deiner Person und deiner Ausbildung. Dazu gehören Studienfach, Hochschule und Ausbildungsbeginn.
- Gib für Eltern oder Ehegatten die E-Mail-Adresse an. Sie erhalten dann einen Link und machen ihre Angaben selbst. Deren Angaben trägst du nicht für sie ein.
- Lade die Nachweise hoch, die das Portal abfragt. Achte darauf, dass Scans und Fotos vollständig und gut lesbar sind.
- Prüfe alle Angaben vor dem Absenden, denn Rückfragen des Amts verzögern die Bearbeitung.
- Unterschreibe mit deinem neuen Personalausweis oder einer elektronischen Aufenthaltstitel-ID. Ohne eID druckst du die Daten aus, unterschreibst sie und schickst sie per Post an das Amt.
Ein Tipp vorab: Geh den Fragebogen einmal ohne Eile durch, bevor du die Nachweise sammelst. Welche Einkommensjahre und welche Belege abgefragt werden, zeigt dir das Portal selbst. Wer das weiß, muss nicht mitten im Ausfüllen nach Gehaltsabrechnungen oder Bescheinigungen suchen, und die Unterbrechung kostet weniger Zeit.
Speichere oder drucke den abgesendeten Antrag, bevor du das Browserfenster schließt. So hast du einen Beleg dafür, was du angegeben hast.
Wann musst du den Antrag stellen?
Die Förderung beginnt nach § 15 Abs. 1 BAföG mit dem Monat, in dem die Ausbildung aufgenommen wird, frühestens aber mit dem Monat der Antragstellung. Wer im Oktober anfängt und erst im Dezember stellt, verliert die Monate dazwischen. Der Antrag sollte deshalb möglichst früh eingehen, am besten noch vor dem Semesterbeginn.
Für die laufende Förderung kommt es auf den Bewilligungszeitraum an. Laut bafoeg-aktuell.de umfasst er meist zwölf Monate, an einer anderen Stelle derselben Seite ist von zwei Semestern die Rede. Das Amt legt den genauen Zeitraum im Bescheid fest, deshalb lohnt sich ein Blick in den Bescheid. Der Folgeantrag sollte nach den Angaben der Seite spätestens zwei Monate vor Ablauf eingehen.
| Schritt | BAföG Digital | Papierantrag |
|---|---|---|
| Ausfüllen | Fragebogen im Browser, zwischenspeicherbar | Formblätter als PDF |
| Angaben der Eltern | Link per E-Mail an Eltern oder Ehegatten | Formblatt 3 wird selbst ausgefüllt |
| Nachweise | Upload im Portal | Kopien dem Antrag beilegen |
| Unterschrift | eID oder Ausdruck und Post | Eigenhändige Unterschrift |
Was ändert sich ab 2027?
Der Regierungsentwurf zur 30. BAföG-Änderung liegt als Bundestagsdrucksache 21/8405 vom 7. Oktober 2026 vor. Er sieht vor, dass der Antrag nur noch über BAföG Digital gestellt werden kann, und nennt den 1. April 2027 als Inkrafttreten dieses Teils. Solange der Entwurf nicht Gesetz ist, gelten die bisherigen Regeln. Die weiteren Änderungen fassen wir im Ratgeber zur BAföG-Reform 2027 zusammen.
Häufige Fragen
Kann ich den Antrag auch auf Papier stellen?
Ja, derzeit sind beide Wege möglich. Die Formblätter gibt es weiterhin als Vordrucke, und die Ämter nutzen sie. Ob der Papierweg ab dem Inkrafttreten des Entwurfs noch gilt, hängt vom Gesetzgebungsverfahren ab. Frag im Zweifel beim zuständigen Amt nach, welches Verfahren es verlangt.
Muss ich meine Eltern selbst zum Antrag bewegen?
Die Angaben deiner Eltern tragen sie selbst ein, über den Link, den das Portal verschickt. Fehlen diese Angaben, bleibt dein Antrag unvollständig, sofern ihr Einkommen angerechnet wird. Wenn Eltern den Unterhalt nicht leisten, kann unter Umständen eine Vorausleistung in Betracht kommen.
Was passiert, wenn sich meine Verhältnisse ändern?
Ändern sich Einkommen, Wohnsituation oder Familienstand während der Förderung, teile das dem Amt zeitnah mit. Ein Antrag mit falschen oder unvollständigen Angaben kann zu Rückforderungen führen. Im Zweifel klärst du die Frage vorab mit dem Amt.
Brauche ich für den Antrag eine Beratung?
Nein, der Antrag lässt sich ohne Beratung stellen. Fragen zu deinem Einzelfall beantwortet das zuständige Amt für Ausbildungsförderung. Wer seine gesamte Finanzierung einordnen möchte, kann sich auch persönlich beraten lassen: So arbeitet Academycon.
So gehst du jetzt vor
- Lege die Bescheinigung deiner Hochschule und die Angaben zum Einkommen deiner Eltern bereit.
- Starte BAföG Digital, speichere zwischendurch und lade die Nachweise hoch.
- Sende den Antrag ab. Ohne eID druckst du ihn aus, unterschreibst ihn und schickst ihn per Post an das Amt.
- Notiere dir das Datum für den Folgeantrag, damit er rechtzeitig vor Ablauf des Bewilligungszeitraums eingeht.
Passend dazu
- BAföG beantragen: Antrag, Fristen und Unterlagen
- BAföG 2026: Anspruch, Höhe und Rückzahlung erklärt
- Elternunabhängiges BAföG: Voraussetzungen und Antrag
- BAföG-Reform 2027: Was sich ändert und ab wann
- BAföG und Vermögen: Freibetrag 2026 und Anrechnung
Quellen: BAföG Digital, Online-Portal von Bund und Ländern (abgerufen Oktober 2026); bafoeg-aktuell.de, Hinweise zum Online-Antrag und zu den Formblättern (Stand 20.02.2026); Deutscher Bundestag, Drucksache 21/8405, Entwurf zur 30. BAföG-Änderung (Stand 7. Oktober 2026); § 15 BAföG, Förderungsdauer (gesetze-im-internet.de, abgerufen Oktober 2026).
Stand: Oktober 2026. Dieser Ratgeber ist allgemeine Information und keine individuelle Beratung.