Die Beihilfe in Schleswig-Holstein übernimmt für Beamte, Versorgungsempfänger und Familienmitglieder einen festen Anteil der Krankheitskosten. Den Eigenanteil muss eine Krankenversicherung abdecken. Dieser Ratgeber zeigt die Sätze, Beispielrechnungen und die Rolle der PKV.
Kurz beantwortet: Die Landesregierung Schleswig-Holstein nennt als Standardsätze 50 Prozent für Beamte, 70 Prozent für Ehepartner und 80 Prozent für Kinder (Stand 1. Dezember 2025). Bei 300 Euro Rechnung zahlt die Beihilfe für einen Beamten 150 Euro, der Eigenanteil liegt bei 150 Euro. Den Eigenanteil deckt meist eine PKV mit Beihilfe-Ergänzung oder eine andere Absicherung.
Das Wichtigste in Kürze
- Beamte erhalten laut Landesregierung 50 Prozent Beihilfe, Ehepartner 70 Prozent, Kinder 80 Prozent.
- Höhere Sätze gelten bei mehreren Kindern für allgemeine Aufwendungen, etwa 90 Prozent bei mindestens zwei Kindern für Ehepartner.
- Anwärter behalten den Beihilfeanspruch und sind vom Selbstbehalt befreit.
- Ehepartner erhalten nur dann eigene Beihilfe, wenn ihr Gesamtbetrag der Einkünfte unter 20.000 Euro liegt.
- Wer einen Zuschuss zur gesetzlichen Krankenversicherung wählt, verliert die allgemeine Beihilfe. Die Pflege bleibt abgedeckt.
Wie hoch sind die Beihilfesätze in Schleswig-Holstein?
Die Sätze richten sich nach der Person, für die eine Rechnung entsteht. Die Landesregierung nennt den Standardsatz und den höheren Satz, der bei bestimmten Kinderzahlen gilt.
| Person | Standardsatz | Höherer Satz |
|---|---|---|
| Beamtin oder Beamter | 50 Prozent | 70 Prozent bei mindestens zwei berücksichtigungsfähigen Kindern |
| Ehepartner oder eingetragene Partnerin oder Partner | 70 Prozent | 90 Prozent für allgemeine Aufwendungen bei mindestens zwei Kindern |
| Kinder | 80 Prozent | 90 Prozent für allgemeine Aufwendungen bei mindestens drei Kindern |
Quelle: Landesregierung Schleswig-Holstein, Anspruch auf Beihilfe (Letzte Aktualisierung 1. Dezember 2025). Die Seite nennt für Ruhestandsbeamte 70 Prozent und für Emeriti 50 Prozent. Der Satz passt sich automatisch an, wenn sich die Zahl berücksichtigungsfähiger Kinder ändert.
Wie viel bleibt nach der Beihilfe zu zahlen?
Der Eigenanteil ist der Rest einer Rechnung, den die Beihilfe nicht übernimmt. Die folgende Tabelle zeigt Beispiele mit einer Rechnung über 300 Euro. Das ist eine Annahme und kein Durchschnittswert.
| Person (Annahme) | Beihilfesatz | Beihilfe bei 300 Euro | Eigenanteil bei 300 Euro |
|---|---|---|---|
| Beamter | 50 Prozent | 150 Euro | 150 Euro |
| Ehepartner | 70 Prozent | 210 Euro | 90 Euro |
| Kind | 80 Prozent | 240 Euro | 60 Euro |
| Ehepartner, allgemeine Aufwendungen, mindestens zwei Kinder | 90 Prozent | 270 Euro | 30 Euro |
Nicht jede Leistung ist beihilfefähig. Welche Kosten ausgeschlossen sind und welche Höchstbeträge gelten, regelt die Beihilfeverordnung des Landes. Bei Zahnbehandlungen gibt es laut Landesregierung Einschränkungen, die du vorab klären solltest.
Wer hat Anspruch und welche Grenzen gelten?
- Beamte und Anwärter: Der Anspruch besteht, Anwärter sind vom Selbstbehalt befreit. Die Anwärterphase ist im Überblick auch im Ratgeber Lehramtsreferendariat in Schleswig-Holstein erklärt.
- Ehepartner: Maßgeblich ist der Gesamtbetrag der Einkünfte im Jahr, das zwei Jahre vor dem Antrag liegt. Er darf höchstens 20.000 Euro betragen.
- Kinder: Sie sind berücksichtigt, solange der Familienzuschlag für sie gezahlt wird.
Was ändert der Zuschuss zur gesetzlichen Versicherung?
Wer freiwillig gesetzlich versichert ist, kann beim Dienstherrn einen Zuschuss zu den Beiträgen beantragen. Mit dem Zuschuss endet die allgemeine Beihilfe dauerhaft. Pflegeleistungen bleiben abgedeckt. Ob der Zuschuss günstiger ist, hängt von deinem Einkommen und dem Zusatzbeitrag deiner Kasse ab. Als Mindestwert rechnen wir mit 222,80 Euro Krankenversicherungsbeitrag im Monat (Annahme: Mindestbemessungsgrundlage von 1.318,33 Euro, 14,0 Prozent plus 2,9 Prozent Zusatzbeitrag, Stand 1. Januar 2026, Quelle: GKV-Spitzenverband, Faktenblatt Rechengrößen).
Passt eine PKV zur Beihilfe?
Die Beihilfe und eine PKV ergänzen sich. Die Beihilfe zahlt einen festen Anteil, die private Ergänzung deckt den Rest. Ob sich das für dich lohnt, zeigt ein Vergleich mit deinen tatsächlichen Kosten und deinem Gesundheitszustand. Der Ratgeber PKV beim Berufseinstieg: Vorteile und Entscheidung beschreibt die Entscheidung aus Sicht der Absolventen.
- Für eine PKV-Ergänzung spricht: Du bist gesund, kannst den Tarif über viele Jahre tragen und willst den Eigenanteil gezielt absichern.
- Gegen eine PKV-Ergänzung spricht: Vorerkrankungen erschweren die Aufnahme, und Beiträge steigen mit dem Alter. Dafür musst du planen.
Wie beantragst du die Beihilfe?
Du reichst die Rechnungen bei der Beihilfestelle ein. Ändert sich die Zahl der berücksichtigungsfähigen Kinder, musst du den Nachweis deiner Krankenversicherung aktualisieren. Die Landesregierung weist darauf hin, damit niemand über- oder unterversichert ist.
Häufige Fragen
Gilt die Beihilfe auch im Ruhestand?
Ja. Laut Landesregierung erhalten Ruhestandsbeamte 70 Prozent Beihilfe, Emeriti erhalten 50 Prozent.
Zahlt die Beihilfe auch Zahnersatz?
Zahnbehandlungen unterliegen laut Landesregierung besonderen Einschränkungen. Die genauen Regeln stehen in der Beihilfeverordnung. Bei größeren Behandlungen fragst du vorab bei der Beihilfestelle nach, welche Kosten anerkannt werden.
Muss ich Beihilfe beantragen oder wird sie automatisch gezahlt?
Du musst die Rechnungen einreichen. Die Beihilfestelle prüft sie und erstattet nach den Sätzen. Wer Belege sammelt und die Fristen beachtet, vermeidet Verzögerungen.
Was passiert, wenn ich die Beihilfe mit einer GKV kombinieren will?
Das geht nur über den Zuschuss. Der Zuschuss ersetzt die allgemeine Beihilfe, Pflegekosten bleiben abgedeckt. Vor der Entscheidung rechnest du beide Varianten mit deiner Krankenkasse durch.
So gehst du vor
- Beihilfesatz bestätigen: Lass dir deinen Satz und den Satz für deine Familie schriftlich nennen.
- Eigenanteil schätzen: Rechne mit einer typischen Jahresrechnung und dem Beihilfesatz, um die Lücke zu sehen.
- Versicherung vergleichen: Stelle eine PKV-Ergänzung gegen den Zuschuss zur GKV. Eine persönliche Einschätzung gibt es bei Academycon, Details unter So arbeiten wir.
- Belege sammeln: Richte eine Ablage für Rechnungen ein und reiche sie zeitnah ein.
Passend dazu
- Lehramtsreferendariat in Schleswig-Holstein: Bezüge und Versicherung
- Rechtsreferendariat in Schleswig-Holstein: Unterhalt und Krankenversicherung
- Krankenversicherung im Referendariat: GKV, PKV und Beihilfe
- PKV beim Berufseinstieg: Vorteile und Entscheidung für Absolventen
- PKV nach dem Studium: Was mit deinem Vertrag passiert
Quellen: Landesregierung Schleswig-Holstein, Anspruch auf Beihilfe (Stand 1. Dezember 2025); dbb, Besoldungstabelle Schleswig-Holstein 2026 (Stand Januar 2026); GKV-Spitzenverband, Faktenblatt Rechengrößen Beitragsrecht (Stand 1. Januar 2026).
Stand: Oktober 2026. Dieser Ratgeber ist allgemeine Information und keine individuelle Beratung.