Definition. Die obligatorische Anschlussversicherung sorgt dafür, dass du nach dem Ende einer Pflicht- oder Familienversicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung weiterversichert bleibst. Sie greift automatisch und als freiwillige Mitgliedschaft. Typisch ist sie, wenn die KVdS endet oder die Familienversicherung wegfällt. Du musst dafür in der Regel nichts beantragen.
Wann die Anschlussversicherung greift
Die Anschlussversicherung knüpft an das Ende einer Pflichtmitgliedschaft an. Das kann die Exmatrikulation sein, wenn danach keine andere Pflicht besteht, oder der Wegfall der Familienversicherung. Die Mitgliedschaft läuft dann ohne Lücke weiter, allerdings nun als freiwillige Mitgliedschaft mit einem anderen Beitragsmaßstab.
Was die freiwillige Mitgliedschaft kostet
Freiwillig Versicherte zahlen nach ihrer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit, mindestens aber nach der Mindestbemessungsgrundlage. Der ermäßigte Beitragssatz gilt, wenn kein Anspruch auf Krankengeld besteht. Die folgende Tabelle zeigt die Werte für 2026 mit Quelle.
| Größe | Wert 2026 | Quelle |
|---|---|---|
| Mindestbemessungsgrundlage | 1.318,33 Euro im Monat | GKV-Spitzenverband, Faktenblatt Rechengrößen 2026 |
| Ermäßigter Beitragssatz ohne Krankengeld | 14,0 Prozent | § 243 SGB V |
| Mindestbeitrag KV (14,0 plus 2,9 Prozent Zusatzbeitrag) | 222,80 Euro im Monat | Berechnet, Gegenprobe Techniker Krankenkasse |
| Mindestbeitrag KV und PV ohne Kinderlosenzuschlag | 270,26 Euro im Monat | Berechnet aus den Werten oben |
Ein Beispiel nach dem Studium
Du beendest dein Studium im Oktober und hast noch kein Einkommen. Deine Pflicht in der KVdS endet, die Anschlussversicherung setzt die Mitgliedschaft fort. Die Kasse rechnet dann mit der Mindestbemessungsgrundlage von 1.318,33 Euro. Bei 14,0 Prozent plus Zusatzbeitrag kommen 222,80 Euro für die Krankenversicherung zusammen, dazu die Pflegeversicherung.
Verwandte Begriffe
- Freiwillige Versicherung: Glossar Freiwillige Versicherung
- Mindestbemessungsgrundlage: Glossar Mindestbemessungsgrundlage
- Krankenversicherung nach dem Studium: Krankenversicherung nach dem Studium ohne Job
- KVdS: Glossar KVdS
- Alle Begriffe im Überblick: Glossar Krankenversicherung im Studium: Begriffe von A bis Z
Häufige Fragen
Muss ich die Anschlussversicherung selbst beantragen?
Die obligatorische Anschlussversicherung tritt ohne eigenen Antrag ein. Du solltest trotzdem prüfen, welchen Beitrag die Kasse dir mitteilt, weil er sich von deiner bisherigen Zahlung unterscheiden kann.
Kann ich nach der Anschlussversicherung in die PKV wechseln?
Ein Wechsel in die private Krankenversicherung ist nur unter bestimmten Bedingungen möglich. Die Voraussetzungen hängen von Einkommen und Beschäftigung ab. Einen Überblick gibt der Ratgeber Krankenversicherung nach dem Studium ohne Job.
Wie lange bleibt die Anschlussversicherung bestehen?
Sie besteht so lange, bis du eine andere Absicherung findest, etwa eine Anstellung mit Pflichtversicherung oder einen Wechsel in die PKV. Die Mitgliedschaft endet nicht automatisch nach einer festen Zeit.
Stand: 20.10.2026. Dieser Eintrag ist Information, keine individuelle Beratung.
Quellen: GKV-Spitzenverband, Faktenblatt Rechengrößen 2026, § 243 SGB V, Berechnung nach der Mindestbemessungsgrundlage.
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