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Lehramt: Versicherung vom Studium bis zum Referendariat

Alle Versicherungsschritte im Lehramtsweg: Studium, Master of Education, Vorbereitungsdienst und Berufsstart, mit Beihilfe, PKV und Anwartschaft.
Symbolbild: Krankenversicherung im Referendariat

Die Lehramt-Versicherung läuft über vier Stationen: Im Bachelor und im Master of Education bist du in der Regel als Studierende oder Studierender pflichtversichert oder familienversichert, im Vorbereitungsdienst meist Beamtin oder Beamter auf Widerruf mit Beihilfe, und danach entscheidet die Anstellung über deinen Status. Die erste echte Weichenstellung kommt schon zu Studienbeginn, denn die Befreiung von der Versicherungspflicht ist nur in den ersten drei Monaten möglich.

Das Wichtigste in Kürze

  • Im Studium bist du an einer staatlichen Hochschule pflichtversichert (Basisbeitrag 87,38 € plus Zusatzbeitrag plus Pflegeversicherung) oder bis 25 über die Eltern familienversichert, wenn dein Gesamteinkommen höchstens 565 € im Monat beträgt.
  • Lehramtsanwärter sind in der Regel Beamte auf Widerruf. Sie erhalten Beihilfe und brauchen eine ergänzende Krankenversicherung, die gesetzlich oder privat sein kann.
  • Die Beihilfe und der Status sind Ländersache. Verbindlich ist, was in deinem Einstellungsbescheid und bei der Beihilfestelle deines Landes steht.
  • Eine Anwartschaft in der PKV hält dir den Zugang zu einem späteren Beamtentarif offen. Sie kostet Geld und lohnt sich nur in bestimmten Konstellationen.
  • Für die Berufsunfähigkeit zählt bei künftigen Lehrkräften vor allem die Dienstunfähigkeitsklausel.

Welche Stationen hat der Lehramtsweg versicherungsrechtlich?

Der Weg gliedert sich in Bachelor, Master of Education, Vorbereitungsdienst (Referendariat) und den Berufseinstieg als Lehrkraft. Die Zeitleiste zeigt, welche Regeln in welcher Phase gelten.

PhaseTypischer StatusKrankenversicherung
Bachelor und Master of EducationStudent an einer staatlichen HochschulePflichtversicherung für Studierende bis zum Ende des Semesters, in dem du 30 wirst; alternativ Familienversicherung bis 25
Zwischen Studium und ReferendariatJe nach Situation unterschiedlichFamilienversicherung, Anschlussversicherung oder Pflichtversicherung bei Arbeitslosengeld I
VorbereitungsdienstMeist Beamter auf WiderrufBeihilfe plus private oder freiwillig gesetzliche Krankenversicherung
BerufseinstiegVerbeamtung auf Probe oder AnstellungBei Verbeamtung PKV mit Beihilfe, bei Anstellung unter 77.400 € Jahresgehalt gesetzliche Pflichtversicherung

Wie bist du im Lehramtsstudium krankenversichert?

Wer an einer staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschule eingeschrieben ist, ist in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert, sofern keine vorrangige Versicherung besteht. Der Beitrag beträgt 2026 den bundesweit einheitlichen Basisbeitrag von 87,38 € (10,22 Prozent von 855 €) plus Zusatzbeitrag deiner Kasse plus Pflegeversicherung. Bei einem Zusatzbeitrag von 2,9 Prozent und Alter ab 23 ohne Kind sind das rund 148 € im Monat (87,38 € plus 24,80 € plus 35,91 €).

Alternativ kannst du bis zum 25. Geburtstag über ein Elternteil familienversichert sein, wenn dein Gesamteinkommen 2026 höchstens 565 € im Monat beträgt. BAföG und Kindergeld zählen dabei nicht als Einkommen. Wie die Möglichkeiten zusammenhängen, steht ausführlich im Beitrag Krankenversicherung für Studenten. Eine Übersicht bietet auch die Verbraucherzentrale.

Wann solltest du als Lehramtsstudent über die PKV nachdenken?

Die Frage stellt sich zu Studienbeginn und noch einmal beim Wechsel ins Referendariat. Zum Studienbeginn kannst du dich auf Antrag von der Versicherungspflicht befreien lassen. Der Antrag muss innerhalb von drei Monaten nach Beginn der Versicherungspflicht bei der Krankenkasse eingehen. Die Befreiung ist unwiderruflich und gilt normalerweise für das gesamte Studium. Eine beitragsfreie Familienversicherung gibt es dann nicht mehr, und die Rückkehr in die GKV ist nur in engen Fällen möglich.

Für Kinder von Beamten kann die PKV im Studium zunächst günstig sein, weil die Beihilfe der Eltern einen großen Teil der Kosten trägt. Hamburg nennt zum Beispiel 80 Prozent für berücksichtigungsfähige Kinder. Die Beihilfe fällt in der Regel mit dem 25. Geburtstag weg, wenn der Familienzuschlag endet, und dann steigt die Belastung deutlich. Rechne den Beitrag deshalb für die Zeit nach 25 durch, bevor du dich entscheidest. Beitragserhöhungen kommen in der PKV vor.

Gesundheitsfragen beim Antrag beantwortest du vollständig und wahrheitsgemäß, denn bei falschen Angaben kann der Versicherer vom Vertrag zurücktreten. Vor einem Antrag hilft eine anonyme Risikovoranfrage.

Lohnt sich eine Anwartschaft im Lehramtsstudium?

Eine Anwartschaft sichert dir deinen heutigen Gesundheitszustand für einen späteren Einstieg in die PKV. Die kleine Anwartschaft sichert den Gesundheitszustand, baut aber keine Alterungsrückstellungen auf, deshalb richtet sich der spätere Beitrag nach deinem Alter bei der Wiederaufnahme. Die große Anwartschaft sichert zusätzlich das Eintrittsalter und baut Rückstellungen weiter auf, sie kostet entsprechend mehr. Die Reaktivierung erfolgt meist innerhalb von zwei Monaten nach Wegfall des Grundes.

Ob sich das lohnt, hängt von Gesundheit, Zeitplan und Budget ab. Wer sich wegen einer späteren Gesundheitsprüfung sorgt, sollte auch die Öffnungsaktion der PKV kennen. Sie gilt für Beamte auf Probe, auf Zeit, auf Lebenszeit und seit 2019 auch auf Widerruf: Der Antrag muss innerhalb der ersten sechs Monate nach der erstmaligen Verbeamtung gestellt werden, frühestens nach einem etwaigen Vorbereitungsdienst. Der Risikozuschlag beträgt höchstens 30 Prozent, Leistungsausschlüsse und ein Höchstalter gibt es nicht. Der Anspruch besteht nur für beihilfekonforme Tarife und beim ersten Unternehmen, bei dem du einen formellen Antrag stellst. Die Einzelheiten stehen im Merkblatt des PKV-Verbands. Ob eine Anwartschaft in deinem Fall rechnerisch Sinn ergibt, erklärt der Beitrag Anwartschaft in der PKV.

Wie bist du zwischen Studium und Referendariat versichert?

Die studentische Versicherung endet nicht mit der letzten Prüfung, sondern in der Regel mit dem Semester der letzten Einschreibung oder Rückmeldung. Bei Arbeitslosengeld I (Vorversicherungszeit von zwölf Monaten in 30 Monaten) oder Grundsicherung besteht Pflichtversicherung. Ohne Leistungsbezug kommen die Familienversicherung (Einkommensgrenze 565 €, bei Erwerbslosen Altersgrenze 23) oder die obligatorische Anschlussversicherung als freiwillige Mitgliedschaft infrage.

Nach dem Ende der Mitgliedschaft besteht längstens ein Monat nachgehender Leistungsanspruch, solange du nicht erwerbstätig bist und keine andere Versicherung vorgeht. Wenn dein Vertrag privat läuft, findest du die Details im Beitrag PKV nach dem Studium.

Was ändert sich im Referendariat bei der Krankenversicherung?

Lehramtsanwärter sind in der Regel Beamte auf Widerruf mit Beihilfe. Maßgeblich sind Ernennungsurkunde, Status und Dienstherr, nicht die Bezeichnung der Ausbildung. Als Beamter auf Widerruf bist du in Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung beitragsfrei, es gilt der Grundsatz der Eigenvorsorge: Du versicherst dich selbst, privat oder freiwillig gesetzlich, und die Beihilfe übernimmt einen Teil der Krankheitskosten.

Als Lehramtsanwärter gilt das Beihilferecht deines Landes. Der Bemessungssatz liegt meist bei 50 Prozent für dich und bei 80 Prozent für berücksichtigungsfähige Kinder, einzelne Länder weichen ab. Verbindlich ist die Auskunft deiner Beihilfestelle.

Die Beihilfe deckt nicht alles ab. Typische Lücken der Beihilfe sind Zahnersatz, Heilmittel und Sehhilfen, deshalb wird häufig ein Beihilfe-Ergänzungstarif empfohlen. Einzelne Länder bieten außerdem eine pauschale Beihilfe an, zum Beispiel Hamburg. Sie zahlt 50 Prozent des GKV-Beitrags einschließlich Zusatzbeitrag, aber ohne Zuschuss zur Pflegeversicherung, und setzt den endgültigen Verzicht auf die individuelle Beihilfe voraus. Der Antrag wirkt nur für die Zukunft. Die Einzelheiten zu Beihilfe, PKV oder GKV im Referendariat stehen im Beitrag Krankenversicherung im Referendariat. Für das Rechtsreferendariat gelten andere Spielregeln, die der Ratgeber Jura: Versicherung vom Studium bis zum Referendariat erklärt.

Was gilt nach dem Referendariat?

Bei direkter Verbeamtung auf Probe bleibst du in der PKV. Beginnst du dagegen als angestellte Lehrkraft und liegt dein Gehalt unter der Jahresarbeitsentgeltgrenze (2026: 77.400 € im Jahr), besteht Pflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung. Eine PKV-Anwartschaft erlaubt in diesem Fall die Rückkehr ohne neue Gesundheitsprüfung, die Rückkehrfrist beträgt meist zwei Monate. Aus dem Anwärtertarif wechselst du später in den Normaltarif, ohne dass die Gesundheit erneut geprüft wird. Die Entscheidungskriterien für den Berufsstart fasst der Beitrag PKV beim Berufseinstieg zusammen.

Welche Rolle spielen Dienstunfähigkeit und Berufsunfähigkeit?

Für Beamte ist die Dienstunfähigkeit ein eigenes Thema. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung kann dafür eine Dienstunfähigkeitsklausel enthalten. Bei der echten Klausel leistet der Versicherer, sobald der Dienstherr die Dienstunfähigkeit feststellt, ohne eigene BU-Prüfung. Bei der unechten Klausel gelten die BU-Maßstäbe, und der Versicherer beurteilt selbst. Eine BU ohne diese Klausel kann für Beamte ungeeignet sein, weil unklar bleibt, ob eine Dienstunfähigkeit einen Anspruch begründet.

Auch bei Beamten auf Probe oder Widerruf kann die BU wichtig sein, falls sie nicht verbeamtet werden oder den Beruf wechseln. Wer schon vor der Verbeamtung eine BU ohne Klausel hat, sollte zunächst daran festhalten und prüfen, ob ein Wechsel sinnvoll ist. Der Kreis der Anbieter wird durch die Klausel enger. Die Grundlagen erklärt die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, die Besonderheiten fürs Lehramt der Beitrag BU im Lehramtsstudium.

Brauchst du eine Haftpflicht, und was ist mit der Diensthaftpflicht?

Im Studium bist du meist über die Privathaftpflicht der Eltern mitversichert, solange du unverheiratet bist und studierst. Die Bedingungen hängen vom Vertrag ab. Der Schutz kann bei einem späten Master nach dem Bachelor oder bei Festanstellung beziehungsweise Referendariat enden, einzelne Versicherer ziehen eine Altersgrenze. Lass dir die Antwort deshalb schriftlich bestätigen und melde den Studierendenstatus. Eine eigene Police prüfst du spätestens zum Referendariat. Die Verbraucherzentrale empfiehlt mindestens 10 Millionen € Deckungssumme.

Wie dienstliche Haftungsfragen im Vorbereitungsdienst abgesichert sind, erfährst du bei Einstellungsbehörde oder Seminar. Frag dort nach der Diensthaftpflicht und gleiche die Antwort mit deiner privaten Police ab.

Häufige Fragen

Wann sollte ich als Lehramtsstudent über die PKV nachdenken?

Zu Studienbeginn, wenn die Frist für die Befreiung von der Versicherungspflicht läuft (drei Monate ab Beginn der Pflicht). Die Entscheidung gilt für das ganze Studium und lässt sich nicht widerrufen. Eine zweite Weiche folgt zum Vorbereitungsdienst, wenn Beihilfe und eigener Tarif zusammenspielen. Rechne die Beiträge vorher durch.

Was ändert sich im Referendariat bei der Krankenversicherung?

Du wirst in der Regel Beamter auf Widerruf, die Beihilfe übernimmt einen Teil der Kosten und du versicherst dich ergänzend selbst. Gesetzliche Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung fallen als Beamter auf Widerruf nicht an. Welche Sätze und Optionen gelten, hängt vom Bundesland ab.

Brauche ich als Referendar Beihilfe?

Als Beamter auf Widerruf hast du Anspruch auf Beihilfe, sie ist Teil des Systems. Du kannst in einzelnen Ländern aber auf die individuelle Beihilfe verzichten und die pauschale Beihilfe wählen, wenn du dich gesetzlich versicherst. Der Verzicht ist endgültig und wirkt nur für die Zukunft.

Lohnt sich eine Anwartschaft im Lehramtsstudium?

Das hängt von Gesundheit, Plänen und Budget ab. Eine Anwartschaft kostet laufend Geld und sichert dir den späteren Zugang zur PKV, die große auch das Eintrittsalter. Für die spätere Verbeamtung gibt es zusätzlich die Öffnungsaktion der PKV. Vergleiche beide Wege im Beitrag zur Anwartschaft.

Wie bin ich zwischen Studium und Referendariat versichert?

Die studentische Versicherung läuft bis zum Ende des Semesters der letzten Einschreibung. Danach greift je nach Situation Familienversicherung, die obligatorische Anschlussversicherung oder bei Leistungsbezug die Pflichtversicherung. Plane den Übergang rechtzeitig, denn nach Mitgliedschaftsende besteht nur ein Monat nachgehender Leistungsanspruch.

So gehst du jetzt vor

  1. Prüfe zu Studienbeginn, ob die Pflichtversicherung oder die Familienversicherung passt, und notiere die Dreimonatsfrist für eine mögliche Befreiung.
  2. Frag im Master of Education früh bei der Beihilfestelle deines Landes nach Sätzen und Optionen, und lies im Einstellungsbescheid nach, welchen Status du bekommst.
  3. Kläre vor dem Referendariat, ob ein Beihilfe-Ergänzungstarif und eine Dienstunfähigkeitsklausel in der BU nötig sind.
  4. Melde den Studierendenstatus deinem Haftpflichtversicherer und lass dir die Mitversicherung schriftlich bestätigen.

Wenn du deine Situation durchsprechen willst, findest du auf der Startseite von Academycon den Weg zur Beratung.

Erfahrungen zu uns findest du bei ProvenExpert, Trustlocal und Trustindex.

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Stand: Oktober 2026. Dieser Beitrag informiert allgemein und ersetzt keine individuelle Beratung.

This guide is also available in English: Read the English version.

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