Beim Mietvertrag als Student prüfst du vor der Unterschrift vier Bereiche. Das sind die Gesamtkosten aus Kalt- und Warmmiete, die Kaution, Laufzeit und Befristung sowie deine Rolle als Haupt- oder Untermieter. Ein WG-Zimmer kostet im Bundesschnitt 510 € im Monat, die BAföG-Wohnpauschale liegt bei 380 €. Schon deshalb lohnt der genaue Blick auf jede Zeile.
Das Wichtigste in Kürze
- Lies den Mietvertrag vollständig, bevor du unterschreibst, und lass dir unklare Punkte schriftlich erklären.
- Die Warmmiete ist deine monatliche Gesamtbelastung. Sie besteht aus Kaltmiete und Nebenkosten.
- Frage nach Höhe, Zahlungsweise und Rückzahlung der Kaution, und lass dir die Antworten bestätigen.
- Bei Befristung, Untermiete und Kündigung entscheidet der Wortlaut im Vertrag. Rechtliche Fragen klärt ein Mieterverein oder die Verbraucherzentrale.
Was solltest du im Mietvertrag als Student prüfen?
Ein Mietvertrag legt fest, was du zahlst, wie lange du bleibst und welche Regeln im Haus gelten. Gehe ihn vor der Unterschrift Punkt für Punkt durch. Die folgende Tabelle zeigt, welche Frage du an welchen Abschnitt stellst.
| Punkt im Vertrag | Deine Frage |
|---|---|
| Miete | Wie hoch sind Kaltmiete und Nebenkosten, und wie sind sie aufgeteilt? |
| Nebenkosten | Welche Posten sind enthalten, und wie werden sie abgerechnet? |
| Kaution | Wie hoch ist sie, wie zahle ich sie, und wann bekomme ich sie zurück? |
| Laufzeit | Ist der Vertrag befristet, und was steht dazu im Vertrag? |
| Kündigung | Welche Frist gilt, und in welcher Form muss ich kündigen? |
| Mieterstellung | Bin ich Haupt- oder Untermieter, und wer ist mein Vertragspartner? |
| Hausordnung | Welche Regeln gelten für Ruhezeiten, Haustiere und Gemeinschaftsflächen? |
Kaltmiete, Warmmiete, Nebenkosten: Wie verstehst du die Kosten?
Die Kaltmiete ist der Preis für die Räume selbst. Die Warmmiete enthält zusätzlich die Nebenkosten, etwa Heizung, Wasser und Müllabfuhr. Bei der Warmmiete zahlst du in der Regel monatlich eine Vorauszahlung. Am Ende des Abrechnungszeitraums stellt der Vermieter die tatsächlichen Kosten gegenüber, daraus ergibt sich eine Nachzahlung oder ein Guthaben.
Ob Strom und Internet in der Miete stecken, steht im Vertrag. Der Rundfunkbeitrag von 18,36 € pro Monat und Wohnung kommt zusätzlich dazu, in einer WG teilt ihr ihn. BAföG-Empfänger, die nicht bei den Eltern wohnen, können sich auf Antrag befreien lassen. Wo du darüber hinaus sparst, zeigen die Vorteile mit Studierendenstatus.
Beispiel mit angenommenen Werten: Max, 22, zahlt für sein Zimmer 450 € Kaltmiete und 60 € Nebenkostenvorauszahlung, also 510 € Warmmiete. Über zwölf Monate zahlt er 60 € mal 12 gleich 720 € Vorauszahlung. Die Abrechnung weist 780 € tatsächliche Kosten aus. Max zahlt 60 € nach.
Wie läuft das mit der Kaution?
Die Mietkaution dient dem Vermieter als Sicherheit. Frage vor der Unterschrift, wie hoch sie ausfällt, ob du sie in Raten zahlen kannst, wo sie angelegt wird und wann du sie nach dem Auszug zurückbekommst. Lass dir die Antworten schriftlich geben. Ob eine bestimmte Höhe zulässig ist, klärt ein Mieterverein oder die Verbraucherzentrale.
Für Startkosten wie die Mietkaution gibt es die Studienstarthilfe: 1.000 € als einmaligen Zuschuss. Sie gilt für Studierende unter 25 mit erster Einschreibung im Vollzeitstudium, wenn die Person oder der Haushalt im Monat vor Studienbeginn Sozialleistungen bezog. Du beantragst sie über BAföG Digital, und zwar kurz nach Semesterbeginn.
Mietvertrag befristet: Worauf achtest du?
Ein befristeter Mietvertrag hat ein festes Enddatum. Prüfe, ob das Datum zu deinem Studienplan passt, und lass dir erklären, warum befristet wird. Frage außerdem, ob du vorzeitig ausziehen kannst, falls sich dein Studienort ändert. Ob die Befristung im konkreten Fall wirksam ist, klärt ein Mieterverein oder eine Rechtsberatung.
Untermiete: Was ändert sich für dich?
Als Hauptmieter hast du den Vertrag mit dem Vermieter. Als Untermieter mietest du bei einem Hauptmieter, der selbst Mieter der Wohnung ist. Frage vor der Zusage, ob der Vermieter der Untervermietung zugestimmt hat, und wer die Kaution verwaltet. Gibt es in der WG einen internen Vertrag, halte Aufteilung der Kosten, Aufgaben und Regeln beim Auszug darin fest. Tipps rund um Bewerbung und Casting stehen im Beitrag über die WG-Suche.
Hausordnung, Kündigung und Auszug
Die Hausordnung regelt Ruhezeiten, Haustiere, Waschküche und Gemeinschaftsflächen. Lies sie beim Einzug und halte dich daran. Verstöße können zu Ärger mit dem Vermieter führen.
Die Kündigungsfrist steht im Vertrag, ob sie wirksam vereinbart ist, klärt ein Mieterverein. Kündige schriftlich und lass dir den Eingang bestätigen. Stehen mehrere Personen im Vertrag, kläre vorab, wer kündigen muss. Bei der Wohnungsübergabe hältst du den Zustand der Räume in einem Übergabeprotokoll fest. Mache Fotos von allen Räumen und unterschreibe erst, wenn alle Einträge stimmen.
Gibt es Wohngeld oder andere Entlastung?
Wohngeld bekommen Studierende in der Regel nicht. Wer dem Grunde nach BAföG erhalten könnte, ist ausgeschlossen, auch wenn der BAföG-Betrag null beträgt. Ausnahmen und Antrag erklärt der Beitrag zu Wohngeld für Studenten. Die BAföG-Wohnpauschale von 380 € liegt in 76 von 90 untersuchten Hochschulstädten unter der Durchschnittsmiete für ein WG-Zimmer.
Wer noch sucht, findet Strategie und Portale im Beitrag über die Wohnungssuche im Studium. Der Beitrag darüber, was Studierende zum Einzug brauchen, hilft nach der Schlüsselübergabe.
Häufige Fragen
Was sollte ich als Student im Mietvertrag prüfen?
Prüfe Kalt- und Warmmiete, Nebenkosten, Kaution, Laufzeit, Kündigungsfrist und deine Stellung als Haupt- oder Untermieter. Lies die Hausordnung mit und frage bei Unklarheiten nach. Unterschreibe erst, wenn du alle Punkte verstanden hast.
Wie hoch ist die Kaution bei Studenten?
Die Höhe steht im Mietvertrag. Frage nach der Zahlungsweise und danach, wann du sie zurückerhältst. Ob die geforderte Summe zulässig ist, klärt ein Mieterverein oder die Verbraucherzentrale. Für Startkosten kann die Studienstarthilfe von 1.000 € helfen, wenn du die Voraussetzungen erfüllst.
Darf ein Mietvertrag befristet sein?
Befristete Mietverträge kommen vor. Lies, welches Enddatum im Vertrag steht und welchen Grund der Vermieter nennt. Ob die Befristung im Einzelfall wirksam ist, kann ein Mieterverein oder eine Rechtsberatung beurteilen.
Wie funktioniert die Nebenkostenabrechnung?
Du zahlst monatlich eine Vorauszahlung. Nach Ablauf des Abrechnungszeitraums stellt der Vermieter die tatsächlichen Kosten gegenüber. Ist die Summe höher, zahlst du nach, ist sie niedriger, erhältst du ein Guthaben. Prüfe die einzelnen Posten auf der Abrechnung.
So gehst du jetzt vor
- Lies den Vertrag vollständig und markiere unklare Stellen.
- Kläre Kaution, Befristung, Kündigungsfrist und Mieterstellung schriftlich.
- Frage bei rechtlichen Zweifeln einen Mieterverein oder die Verbraucherzentrale.
- Dokumentiere beim Einzug den Zustand der Räume mit Fotos.
- Prüfe, ob Studienstarthilfe, Befreiung vom Rundfunkbeitrag oder weitere Entlastungen für dich in Frage kommen.
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Stand: Oktober 2026. Dieser Beitrag informiert allgemein und ersetzt keine Rechtsberatung.
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