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Was ändert sich 2027 für Berufseinsteiger? Der Überblick

Ab 1. Januar 2027 ändern sich Mindestlohn, Minijob-Grenze und Altersvorsorge. Der Überblick zeigt Beschlossenes, Offenes und die Stichtage für den ersten Job.
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Inhalt

Was ändert sich 2027 für Berufseinsteiger? Ab dem 1. Januar 2027 betreffen einige Änderungen den ersten Job direkt, etwa Mindestlohn, Minijob-Grenze und Altersvorsorge. Dieser Überblick ordnet ein, was beschlossen ist und was offen bleibt, und nennt die Stichtage, die in den ersten Monaten im Job zählen.

Kurz beantwortet: Ab 1. Januar 2027 gilt ein Mindestlohn von 14,60 Euro brutto je Stunde, die Minijob-Grenze liegt bei 633 Euro im Monat. Das Altersvorsorgedepot ist beschlossen und soll voraussichtlich am 1. Januar 2027 starten. Die gesetzlichen Kündigungsfristen nach § 622 BGB bleiben davon unberührt. Stand: November 2026.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Mindestlohn steigt zum 1. Januar 2027 von 13,90 auf 14,60 Euro brutto je Stunde.
  • Die Minijob-Grenze steigt von 603 auf 633 Euro im Monat. Sie betrifft Nebenjobs neben dem Berufseinstieg.
  • Das Altersvorsorgedepot ist beschlossen und soll voraussichtlich ab 1. Januar 2027 gelten.
  • Die Reform sieht einen einmaligen Berufseinsteigerbonus von 200 Euro vor, wenn der Vertrag vor dem 25. Geburtstag abgeschlossen wird.
  • Der durchschnittliche Zusatzbeitrag für 2027 ist eine Schätzung von 2,9 Prozent. Maßgeblich ist der Satz deiner Krankenkasse.
  • Die Kündigungsfristen nach § 622 BGB gelten unabhängig vom Jahreswechsel weiter.

Was ändert sich beim Gehalt zum Berufseinstieg?

Der gesetzliche Mindestlohn ist die Untergrenze für jede Vergütung. Für Berufseinsteiger mit Vollzeitstelle und übertariflicher Bezahlung spielt er oft keine Rolle. Bei Teilzeit, Aushilfstätigkeiten und Werkstudentenjobs ist er dagegen entscheidend. Ab 1. Januar 2027 liegt die Untergrenze bei 14,60 Euro brutto je Stunde.

Merkmal2026ab 1. Januar 2027
Mindestlohn je Stunde13,90 Euro14,60 Euro
Brutto im Monat bei 173 Stunden (Annahme, Vollzeit)2.404,70 Euro2.525,80 Euro

Die Rechnung ist eine Annahme mit 173 Arbeitsstunden im Monat, die Vollzeit vereinfacht abbildet. Dein tatsächlicher Lohn kann höher liegen, nicht aber niedriger als der Mindestlohn.

Minijob neben dem Berufseinstieg: Was gilt ab 2027?

Viele Berufseinsteiger behalten einen Minijob, etwa als Nebentätigkeit oder für eine Übergangszeit. Ab 2027 liegt die Verdienstgrenze bei 633 Euro im Monat, 2026 waren es 603 Euro. Die Grenze folgt aus dem Mindestlohn nach der Formel des § 8 SGB IV: Mindestlohn mal 130, geteilt durch 3, aufgerundet auf volle Euro.

Seit dem 1. Juli 2026 kann eine Befreiung von der Rentenversicherungspflicht im Minijob einmalig widerrufen werden. Die Deutsche Rentenversicherung hat das in einer Pressemitteilung vom 5. Juni 2026 veröffentlicht. Wer die Befreiung einmal widerruft, muss die Entscheidung im Blick behalten, weil sich dann Beiträge und Rentenanwartschaften ändern.

Liegt dein Entgelt über der Minijob-Grenze, greift der Übergangsbereich (Midijob). Er reicht bis regelmäßig 2.000 Euro im Monat (§ 20 Abs. 2 SGB IV). Ab 2027 beginnt er bei 633,01 Euro. Für die Sozialabgaben gelten dann andere Regeln als im Minijob, deshalb lohnt sich eine Berechnung vor Vertragsbeginn.

Was ändert sich bei der Altersvorsorge für Berufseinsteiger?

Das Altersvorsorgedepot ist eine neue staatlich geförderte Form der privaten Altersvorsorge. Der Bundestag hat die Reform am 27. März 2026 beschlossen, der Bundesrat hat am 8. Mai 2026 zugestimmt. Der Start ist für den 1. Januar 2027 vorgesehen, der Termin gilt als voraussichtlich.

Eigenbeitrag im JahrGrundzulage nach der beschlossenen Reform (Rechenwert)Hinweis
360 Euro180 Euro50 Cent je Euro
1.200 Euro390 EuroAnnahme für ein Rechenbeispiel
1.800 Euro540 EuroHöchstbetrag je Jahr

Die Grundzulage errechnet sich aus 50 Cent je Euro bis 360 Euro Eigenbeitrag und 25 Cent je Euro für die weiteren 1.440 Euro. Zusätzlich sieht die Reform einen einmaligen Berufseinsteigerbonus von 200 Euro vor, wenn der Vertrag vor dem 25. Geburtstag abgeschlossen wird (Bundesratsdrucksache 206/26).

Wie der Übergang bestehender Riester-Verträge im Einzelnen aussieht, klärst du am besten mit deinem Anbieter. Eine persönliche Einschätzung zur Vorsorge ist bei Academycon möglich, siehe So arbeiten wir.

Welche Stichtage zählen in der Probezeit?

Die Kündigungsfrist für Arbeitnehmer beträgt nach § 622 Abs. 1 BGB vier Wochen zum 15. oder zum Monatsende. Während einer vereinbarten Probezeit von höchstens sechs Monaten gilt nach § 622 Abs. 3 BGB eine Frist von zwei Wochen. Die vollständige Übersicht mit Rechenbeispiel steht im Beitrag Stichtage im Berufseinstieg.

Die Probezeit ist auch der Zeitraum, in dem du Urlaub, Arbeitszeit und Vergütung klären solltest. Steht im Vertrag nichts Eindeutiges, frage nach. Eine Vergütung unter dem Mindestlohn ist unzulässig, auch in der Probezeit.

Was bedeutet der Zusatzbeitrag 2027 für Berufseinsteiger?

Der durchschnittliche Zusatzbeitrag für 2027 liegt rechnerisch bei 2,9 Prozent (Schätzerkreis, Oktober 2026). Die amtliche Festsetzung durch das Bundesgesundheitsministerium ist für Anfang November 2026 angekündigt. Der Satz deiner Krankenkasse kann abweichen. Bei einer Erhöhung besteht ein Sonderkündigungsrecht zum Ablauf des Monats, ab dem sie gilt (§ 175 Abs. 4 Satz 6 SGB V). Die Übersicht zur Krankenkasse 2027 ordnet die Fragen ein.

Häufige Fragen

Gilt der neue Mindestlohn auch bei Teilzeit?

Ja. Der Mindestlohn gilt für jede Arbeitsstunde, unabhängig davon, ob der Vertrag Voll- oder Teilzeit vorsieht. Eine niedrigere Vergütung je Stunde ist nicht zulässig. Mehr zu den Zahlen für Arbeit und Lohn findest du im Beitrag zu Arbeit und Lohn 2027.

Muss ich das Altersvorsorgedepot vor dem Start abschließen?

Nein. Ein Vertrag ist nur sinnvoll, wenn die Konditionen zu deiner Lage passen. Da der Start als voraussichtlich gilt, solltest du vor einem Abschluss den aktuellen Stand der Reform prüfen.

Wie lange dauert die Probezeit höchstens?

Die Probezeit darf nach § 622 Abs. 3 BGB höchstens sechs Monate betragen. Während dieser Zeit beträgt die Kündigungsfrist zwei Wochen. Nach Ablauf der Probezeit gelten wieder die allgemeinen Fristen.

Kann ich einen Minijob neben einer Vollzeitstelle behalten?

Ja, ein Minijob neben einer Hauptbeschäftigung ist möglich. Entscheidend sind die Grenzen für geringfügige Beschäftigung und die Frage der Rentenversicherung. Ob die Befreiung von der Rentenversicherungspflicht für dich sinnvoll ist, hängt von deiner Altersvorsorge ab.

Was tue ich, wenn sich der Zusatzbeitrag ändert?

Prüfe die Mitteilung deiner Krankenkasse. Bei einer Erhöhung kannst du innerhalb der gesetzlichen Frist kündigen, ohne die zwölfmonatige Bindungsfrist einzuhalten.

So gehst du jetzt vor

  1. Vergleiche dein Gehalt mit dem Mindestlohn von 14,60 Euro und prüfe, ob dein Vertrag Teilzeit regelt.
  2. Trage die Probezeit und die Kündigungsfrist von zwei Wochen in deinen Kalender ein.
  3. Prüfe, ob ein Minijob neben dem Berufseinstieg bleibt und wie sich die Rentenversicherung dabei auswirkt.
  4. Kläre die Konditionen eines Altersvorsorgedepots, bevor du einen Vertrag abschließt, und lass dich gegebenenfalls beraten.

Passend dazu

Quellen: Fünfte Mindestlohnanpassungsverordnung, Bundesministerium für Arbeit und Soziales (Stand: 2026); § 622 BGB, Kündigungsfristen (geltende Fassung); Bundesratsdrucksache 206/26, Altersvorsorge (Stand: 2026); Deutsche Rentenversicherung, Pressemeldung zur Minijob-Befreiung (Stand: Juni 2026).

Stand: November 2026. Dieser Ratgeber ist allgemeine Information und keine individuelle Beratung.

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