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Stichtage im Berufseinstieg: Was in den ersten Monaten zählt

Probezeit, Kündigungsfristen nach § 622 BGB und Sonderkündigung: Der Überblick zeigt die Stichtage der ersten Monate im Job mit einem Rechenbeispiel.
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Inhalt

Stichtage im Berufseinstieg: Was in den ersten Monaten zählt. Der Start in den ersten Job bringt einige Fristen mit sich, die du kennen solltest, bevor du etwas unterschreibst oder kündigst. Die Regeln für Probezeit und Kündigung stehen im Bürgerlichen Gesetzbuch und gelten unabhängig vom Kalenderjahr. Dieser Beitrag ist deshalb eine zeitlose Checkliste.

Kurz beantwortet: In der Probezeit, die höchstens sechs Monate dauern darf, beträgt die Kündigungsfrist zwei Wochen (§ 622 Abs. 3 BGB). Danach gilt für Arbeitnehmer eine Frist von vier Wochen zum 15. oder zum Monatsende (§ 622 Abs. 1 BGB). Der Arbeitgeber hat längere Fristen, die mit der Dauer des Arbeitsverhältnisses steigen. Stand: November 2026.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Probezeit darf höchstens sechs Monate dauern. Während dieser Zeit gilt eine Kündigungsfrist von zwei Wochen.
  • Nach der Probezeit kannst du mit vier Wochen zum 15. oder zum Monatsende kündigen.
  • Die Frist des Arbeitgebers steigt mit der Dauer des Arbeitsverhältnisses, von einem Monat ab zwei Jahren bis zu sieben Monaten ab 20 Jahren.
  • Tarifverträge und Arbeitsverträge können bestimmte Fristen abweichend regeln.
  • Die Sonderkündigung deiner Krankenkasse folgt eigenen Regeln nach dem Sozialgesetzbuch.

Wie lange dauert die Probezeit höchstens?

Eine Probezeit darf nach § 622 Abs. 3 BGB höchstens sechs Monate dauern. Sie muss vereinbart sein. Nur während dieser Probezeit gilt die verkürzte Kündigungsfrist von zwei Wochen. Nach Ablauf der sechs Monate greifen die allgemeinen Fristen.

Annahme: Dein Arbeitsbeginn ist der 1. März 2027 und die Probezeit beträgt sechs Monate. Dann endet sie am 31. August 2027. Bis dahin kannst du oder dein Arbeitgeber mit zwei Wochen Frist kündigen. Ab dem 1. September 2027 gelten die allgemeinen Fristen.

ZeitraumKündigungsfrist des ArbeitnehmersGrundlage
Probezeit, höchstens sechs Monatezwei Wochen§ 622 Abs. 3 BGB
Nach der Probezeitvier Wochen zum 15. oder zum Monatsende§ 622 Abs. 1 BGB
Abweichende Vereinbarung im Vertragnur im Rahmen des Gesetzes§ 622 Abs. 4 bis 6 BGB

Wie lange ist die Kündigungsfrist nach der Probezeit?

Als Arbeitnehmer kannst du nach § 622 Abs. 1 BGB mit vierwöchiger Frist zum 15. oder zum Monatsende kündigen. Diese Regel gilt, wenn Vertrag und Tarifvertrag nichts Abweichendes vorsehen. Längere Fristen im Vertrag bleiben nach § 622 Abs. 5 Satz 3 BGB unberührt.

Eine Besonderheit gilt für die Arbeitnehmerseite: Die Frist für dich darf nicht länger sein als die Frist für den Arbeitgeber (§ 622 Abs. 6 BGB). Prüfe also beim Vertrag, ob für dich eine längere Frist vereinbart ist.

Wie lange muss der Arbeitgeber dir kündigen?

Für Kündigungen durch den Arbeitgeber steigt die Frist mit der Dauer des Arbeitsverhältnisses. Die Kündigung erfolgt jeweils zum Ende eines Kalendermonats. Alle Beschäftigungszeiten zählen seit dem 1. Januar 2019, auch vor dem 25. Lebensjahr.

Dauer des ArbeitsverhältnissesFrist des ArbeitgebersGrundlage
ab 2 Jahrenein Monat zum Monatsende§ 622 Abs. 2 Nr. 1 BGB
ab 5 Jahrenzwei Monate zum Monatsende§ 622 Abs. 2 Nr. 2 BGB
ab 8 Jahrendrei Monate zum Monatsende§ 622 Abs. 2 Nr. 3 BGB
ab 10 Jahrenvier Monate zum Monatsende§ 622 Abs. 2 Nr. 4 BGB
ab 20 Jahrensieben Monate zum Monatsende§ 622 Abs. 2 Nr. 7 BGB

Annahme: Du arbeitest seit drei Jahren im Betrieb. Dann beträgt die Frist des Arbeitgebers einen Monat zum Monatsende. Erst ab fünf Jahren steigt sie auf zwei Monate.

Welche Abweichungen sind im Arbeitsvertrag möglich?

Tarifverträge können von den Fristen des § 622 Abs. 1 bis 3 BGB abweichen. Im Geltungsbereich gelten sie auch für nicht tarifgebundene Parteien, wenn diese die Anwendung vereinbart haben (§ 622 Abs. 4 BGB).

Einzelvertraglich ist eine kürzere Frist nur in zwei Fällen zulässig: Bei vorübergehender Aushilfe, die nicht über drei Monate hinaus fortgesetzt wird, und in Kleinbetrieben mit in der Regel höchstens 20 Arbeitnehmern, wobei die Frist nicht unter vier Wochen liegen darf (§ 622 Abs. 5 BGB). Teilzeitbeschäftigte zählen dabei anteilig.

Wann kannst du bei der Krankenkasse Sonderkündigung nutzen?

Der Stichtag bei der Krankenkasse ist kein Kündigungstermin im Arbeitsrecht, sondern eine eigene Regel. Erhöht die Kasse den Zusatzbeitrag, kannst du bis zum Ablauf des Monats kündigen, ab dem er erstmals erhoben oder erhöht wird. Die zwölfmonatige Bindungsfrist gilt dann nicht (§ 175 Abs. 4 Satz 6 SGB V).

Für den Berufseinstieg ist das wichtig, weil sich mit dem ersten Arbeitsvertrag die Frage der Krankenversicherung oft neu stellt. Mehr zu den Beitragsfragen steht im Beitrag Was ändert sich 2027 bei Versicherungen?.

Wie gehst du mit einer Frist um, die du verpasst hast?

Hast du eine Frist verpasst, lohnt sich eine nüchterne Prüfung des Vertrags. Oft läuft das Arbeitsverhältnis dann zum nächsten zulässigen Termin weiter. Ob eine verspätete Kündigung ihre Wirkung zu einem späteren Termin entfaltet, ist eine Frage des Einzelfalls, bei der du dich rechtlich beraten lassen solltest.

Gleiches gilt, wenn dein Arbeitgeber eine Frist nicht einhält. Schriftliche Erklärungen und Zugangsnachweise sind dann die wichtigsten Beweismittel.

Häufige Fragen

Muss ich meine Kündigung schriftlich einreichen?

Ja. Nach deutschem Recht braucht die Kündigung eines Arbeitsverhältnisses die Schriftform, sie steht im Bürgerlichen Gesetzbuch. Eine E-Mail oder eine mündliche Erklärung reicht dafür nicht aus. Bewahre eine Kopie und einen Nachweis über den Zugang auf.

Kann die Probezeit verlängert werden?

Die verkürzte Frist von zwei Wochen gilt nur während einer Probezeit von höchstens sechs Monaten. Eine längere Vereinbarung ist damit nicht Teil der verkürzten Frist. Nach Ablauf der sechs Monate gelten wieder die allgemeinen Fristen, auch wenn der Vertrag noch läuft.

Was passiert am Ende der Probezeit?

Mit dem Ende der Probezeit gelten die allgemeinen Fristen des § 622 Abs. 1 BGB, sofern Vertrag oder Tarifvertrag nichts Abweichendes regeln. Eine automatische Umwandlung in einen unbefristeten Vertrag gibt es dabei nicht. Prüfe den Vertrag, bevor du nach der Probezeit etwas änderst.

Gilt die Zwei-Wochen-Frist für beide Seiten?

Die Frist von zwei Wochen gilt während der Probezeit für die Kündigung, unabhängig davon, ob der Arbeitgeber oder du kündigst. Die Frist des Arbeitgebers ist also in dieser Zeit ebenso kurz.

Wie berechne ich das Ende der Probezeit?

Die Probezeit beginnt mit dem vereinbarten Arbeitsbeginn. Beginnt die Arbeit am 1. März und dauert die Probezeit sechs Monate, endet sie am 31. August. Beginnt die Arbeit am 15. März, endet sie am 14. September. Maßgeblich ist immer das Datum im Vertrag, deshalb lohnt sich ein Blick in den Vertragstext.

So gehst du jetzt vor

  1. Trage Beginn, Ende der Probezeit und die Fristen in deinen Kalender ein.
  2. Prüfe den Arbeitsvertrag und den Tarifvertrag auf abweichende Fristen.
  3. Kündige nur schriftlich und bewahre einen Nachweis über den Zugang auf.
  4. Notiere die Frist für eine mögliche Sonderkündigung deiner Krankenkasse.

Passend dazu

Quellen: § 622 BGB, Kündigungsfristen bei Arbeitsverhältnissen (geltende Fassung); § 175 SGB V, Wahlrecht und Bindung (geltende Fassung).

Stand: November 2026. Dieser Ratgeber ist allgemeine Information und keine individuelle Beratung.

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