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Umzugskosten zum Referendariat von der Steuer absetzen

Umzugskosten zum Referendariat sind Werbungskosten, wenn der Umzug beruflich veranlasst ist. Welche Kosten du ansetzt, welche Belege zählen und wo die Grenzen liegen.
Referendar steht vor der Tafel in einem Klassenzimmer

Inhalt

Umzugskosten zum Referendariat kannst du von der Steuer absetzen, wenn der Umzug beruflich veranlasst ist. Das heißt: Der Wohnortwechsel hängt mit dem Vorbereitungsdienst zusammen, etwa weil die Ausbildungsstelle weit entfernt liegt. Dieser Ratgeber erklärt, welche Kosten du ansetzen kannst, welche Nachweise du brauchst und wo die Grenzen liegen.

Kurz beantwortet: Umzugskosten sind Werbungskosten, wenn der Umzug beruflich veranlasst ist. Dazu zählen Speditions- und Transportkosten sowie Fahrtkosten für die Umzugsreise, die du mit Belegen nachweist. Erstattet dir der Dienstherr etwas, mindert das den absetzbaren Betrag. Stand: Oktober 2026, Grundlage ist § 9 EStG.

Das Wichtigste in Kürze

  • Werbungskosten sind Aufwendungen, die mit deinem Beruf zusammenhängen. Ein beruflich veranlasster Umzug gehört dazu.
  • Der berufliche Anlass muss erkennbar sein, zum Beispiel durch die Zuweisung zum Vorbereitungsdienst.
  • Speditions- und Transportkosten sowie Fahrtkosten lassen sich nach Belegen ansetzen.
  • Erstattungen des Dienstherrn kannst du nicht zusätzlich absetzen.
  • Werbungskosten zählen erst oberhalb des Arbeitnehmerpauschbetrags von 1.230 Euro steuerlich. Die Pauschale wird automatisch berücksichtigt.

Wann gilt ein Umzug als beruflich veranlasst?

Nach § 9 Abs. 1 EStG sind Werbungskosten Aufwendungen zur Erwerbung, Sicherung und Erhaltung von Einnahmen. Ein Umzug fällt darunter, wenn er überwiegend durch die Ausbildung ausgelöst wird. Typisch ist der Fall, dass du für den Vorbereitungsdienst an einen anderen Ort ziehst, weil du dort zugewiesen wirst. Wer dagegen nur aus privaten Gründen umzieht, kann die Kosten in der Regel nicht absetzen.

Der Anlass ist also der Kern. Halte fest, wann und durch wen du den Dienstort zugewiesen bekommen hast. Ein Schreiben des Oberlandesgerichts oder der Ausbildungsstelle ist dafür der beste Beleg.

Welche Umzugskosten kannst du absetzen?

Nicht jede Ausgabe rund um den Umzug ist abzugsfähig. Die folgende Übersicht zeigt die gängigen Posten. Die endgültige Einordnung trifft am Ende das Finanzamt, insbesondere bei Mischkosten.

KostenartEinordnungNachweis
Speditions- oder TransportkostenWerbungskosten, wenn der Umzug beruflich veranlasst istRechnung und Umzugsvertrag
Fahrtkosten für die UmzugsreiseWerbungskosten, Ansatz nach Einzelnachweis oder PauschaleBelege, Strecke und Datum
Erstattung durch den DienstherrnMindert die absetzbaren KostenErstattungsbescheid

Die Finanzverwaltung legt außerdem jährlich Pauschalen für Umzugskosten fest. Wenn dir die Nachweise fehlen oder sie unvollständig sind, kannst du eine Pauschale ansetzen. Die jeweils gültigen Beträge erfährst du beim Finanzamt oder auf der Website des Bundesfinanzministeriums.

Wie rechnet sich das konkret?

Annahme: Du ziehst für den Vorbereitungsdienst um. Die Spedition kostet 1.800 Euro, die Fahrt mit einem Mietwagen 300 Euro, und du hast beides belegt. Dein Dienstherr erstattet nichts. Dann stehen 2.100 Euro als Werbungskosten im Raum. Dein Arbeitnehmerpauschbetrag von 1.230 Euro wird nur dann durch deine Werbungskosten ersetzt, wenn deren Summe höher ist. Im Beispiel wären 2.100 Euro angesetzt, sofern das Finanzamt die Kosten anerkennt.

Wichtig ist die Reihenfolge: Erst prüfst du, ob die Ausgabe beruflich veranlasst ist, dann die Höhe, und erst danach ziehst du mögliche Erstattungen ab. Eine Erstattung, die du bereits bekommen hast, darfst du nicht doppelt geltend machen.

Umzug oder doppelte Haushaltsführung?

Wenn du für den Vorbereitungsdienst eine zweite Wohnung nimmst und deine bisherige Wohnung beibehältst, kommt die doppelte Haushaltsführung infrage. Sie ist anders geregelt als der Umzug. Nach § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 5 EStG sind die Unterkunftskosten im Inland auf höchstens 1.000 Euro im Monat begrenzt. Familienheimfahrten sind einmal wöchentlich mit 0,38 Euro je vollem Kilometer absetzbar.

Du kannst also nicht beides nebeneinander ansetzen, ohne den Sachverhalt sauber zu trennen. Entscheide dich für den Weg, der zu deinem Umzug passt, und dokumentiere ihn. Ein Vergleich der beiden Varianten lohnt sich vor dem Umzug.

So gehst du beim Nachweis vor

  1. Sammle das Zuweisungsschreiben oder die Einberufung zum Vorbereitungsdienst. Es belegt den beruflichen Anlass.
  2. Bewahre alle Rechnungen für Spedition, Transport und Fahrten auf, am besten mit Datum und Adresse.
  3. Notiere die Strecken und Daten der Umzugsfahrten, damit du den Ansatz nachvollziehbar begründen kannst.
  4. Prüfe, ob der Dienstherr Umzugskosten erstattet hat, und trage nur den Rest in die Steuererklärung ein.

Typische Fehler beim Ansatz

Die meisten Fehler entstehen nicht aus bösem Willen, sondern aus Unsicherheit. Vier Punkte kommen immer wieder vor. Erstens werden private Umzüge als beruflich dargestellt, obwohl der Anlass fehlt. Zweitens werden Erstattungen des Dienstherrn vergessen, sodass zu viel angesetzt wird. Drittens gehen Belege verloren, weil sie nicht aufgehoben wurden. Viertens wird übersehen, dass die Werbungskosten erst ab dem Arbeitnehmerpauschbetrag von 1.230 Euro zusätzlich wirken.

Wenn du diese vier Punkte vor der Abgabe der Steuererklärung prüfst, sparst du dir Rückfragen und Nachforderungen. Wer unsicher ist, kann die Einordnung mit einem Steuerberater oder einer Lohnsteuerhilfe klären, bevor die Frist abläuft.

Häufige Fragen

Zählt auch der Umzug am Ende des Referendariats?

Ein Umzug am Ende der Ausbildung kann ebenfalls beruflich veranlasst sein, wenn er mit dem Wechsel in eine neue Stelle zusammenhängt. Entscheidend ist auch hier der berufliche Anlass, den du nachweisen solltest.

Was ist, wenn ich nur umziehe, weil die Miete günstiger ist?

Dann fehlt der berufliche Anlass, und die Kosten sind in der Regel nicht absetzbar. Der Grund muss erkennbar mit der Ausbildung zusammenhängen. Wer beides vermischt, riskiert, dass das Finanzamt den gesamten Umzug als privat einordnet.

Kann ich Umzugskosten rückwirkend geltend machen?

Ja, in der Steuererklärung für das Jahr, in dem die Kosten angefallen sind. Für Steuererklärungen des Jahres 2026 endet die Frist ohne Steuerberater am 2. August 2027, weil der 31. Juli 2027 ein Samstag ist. Mit Steuerberater verlängert sich die Frist deutlich.

Muss ich Belege aufbewahren?

Ja. Bewahre Rechnungen, den Umzugsvertrag und die Zuweisung zum Vorbereitungsdienst mindestens bis zur Bestandskraft deines Steuerbescheids auf. Das Finanzamt kann Nachweise verlangen, auch Monate nach der Abgabe.

Was du für die Steuererklärung brauchst

Lege dir vor dem Ausfüllen einen Ordner an, in dem alle Unterlagen rund um den Umzug zusammenliegen. So findest du die Angaben später ohne Suche und kannst sie direkt in die Anlage N übertragen. Diese Unterlagen gehören in den Ordner:

  • Zuweisung oder Einberufung zum Vorbereitungsdienst mit Datum und Dienstort
  • Rechnungen für Spedition, Transport, Mietwagen oder Kraftstoff mit Datum und Adresse
  • Aufstellung der Umzugsfahrten mit Strecke und Datum
  • Erstattungsbescheide des Dienstherrn oder ein Vermerk, dass nichts erstattet wurde

Wenn du den Ordner laufend pflegst, kostet dich die Steuererklärung deutlich weniger Zeit. Gerade bei einem Umzug kommen viele Belege zusammen, und die Erinnerung an einzelne Posten verblasst schnell. Lege die Belege am besten sofort nach dem Umzug ab, nicht erst im Frühjahr des Folgejahres.

Passend dazu

Quellen: Einkommensteuergesetz, § 9 (gesetze-im-internet.de), abgerufen Oktober 2026; Einkommensteuergesetz, § 9a (gesetze-im-internet.de), abgerufen Oktober 2026; Abgabenordnung, § 149 (gesetze-im-internet.de), abgerufen Oktober 2026.

Stand: Oktober 2026. Dieser Ratgeber ist allgemeine Information und keine individuelle Beratung.

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