Stipendien für Frauen in MINT richten sich an Frauen, die Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften oder Technik studieren. Die Angebote sind uneinheitlich. Manche vergeben einzelne Hochschulen, andere Stiftungen oder Unternehmen, und die Bedingungen unterscheiden sich stark. Dieser Ratgeber zeigt, wie du passende Programme findest, woran du sie prüfst und wie ein konkretes Beispiel aussieht.
Kurz beantwortet: Frauen sind in MINT-Fächern weiterhin deutlich in der Minderheit. Im Wintersemester 2024 lag ihr Anteil bei 23,2 Prozent in der Informatik und bei 27,1 Prozent in den Ingenieurwissenschaften ohne Informatik (Destatis, zitiert vom Stifterverband). Gezielte Angebote kommen häufig von Hochschulen. Die Bedingungen prüfst du in jeder Ausschreibung. Stand: Oktober 2026.
Das Wichtigste in Kürze
- Frauen sind in den MINT-Fächern in der Minderheit. Im Wintersemester 2024 lag der Frauenanteil bei 23,2 Prozent in der Informatik und 27,1 Prozent in den Ingenieurwissenschaften ohne Informatik.
- Gezielte Stipendien für Frauen in MINT vergeben häufig einzelne Hochschulen. Überregionale Stiftungen und Unternehmen haben seltener eigene Angebote.
- Die Bedingungen unterscheiden sich in Studienstart, Studiengang, Bewerbungsform und Förderhöhe. Vergleiche sie gezielt.
- Viele Angebote laufen über eine befristete Ausschreibung. Eine frühere Förderung bedeutet keinen Anspruch für das nächste Jahr.
- Das Beispiel der BTU zeigt eine typische Struktur: 250 Euro im Monat für neun Monate, Auswahl über ein Motivationsschreiben oder einen Kurzclip.
Wie groß ist der Frauenanteil in MINT?
Die folgenden Zahlen beziehen sich auf den Anteil der Frauen unter den Studierenden des jeweiligen Fachs. Sie stammen aus einer Auswertung von Destatis-Daten, die der Stifterverband veröffentlicht hat.
| Fachbereich | Frauenanteil WiSe 2024 | Frauenanteil 2018 | Quelle |
|---|---|---|---|
| Informatik | 23,2 Prozent | 21,4 Prozent | Destatis, zitiert vom Stifterverband |
| Ingenieurwissenschaften ohne Informatik | 27,1 Prozent | 24,5 Prozent | Destatis, zitiert vom Stifterverband |
Insgesamt studiert laut derselben Auswertung etwa ein Viertel aller Studentinnen ein MINT-Fach, bei den Studenten ist es etwa die Hälfte. Diese Zahlen erklären, warum es Stipendien gibt, die gezielt Frauen ansprechen. Über die Qualität eines einzelnen Angebots sagen sie aber nichts. Dafür musst du die Bedingungen selbst prüfen.
Wo findest du passende Programme?
Eine systematische Suche beginnt bei den Stellen, die Stipendien selbst ausschreiben. Gehe dabei in dieser Reihenfolge vor, damit du nichts übersiehst. Ausschreibungen erscheinen zu festen oder wechselnden Zeiten, deshalb lohnt sich ein fester Blick auf die Seiten, die du regelmäßig prüfst.
- Hochschule: Prüfe die Website deiner Hochschule im Bereich Studienfinanzierung oder Gleichstellung. Manche Hochschulen haben eigene Programme für Frauen in MINT.
- Studienberatung und Fachschaft: Frage gezielt nach Angeboten für deinen Studiengang. Die Beratung kann dir oft Hinweise geben, die in Übersichten nicht auftauchen.
- Stipendiendatenbanken: Sie helfen beim Eingrenzen. Die Angaben musst du aber immer am Original der Ausschreibung prüfen.
- Stiftungen und Unternehmen mit MINT-Schwerpunkt: Lies die Ausschreibungen direkt beim Anbieter, nicht nur in Übersichten.
Ein Beispiel: Das MINT-Frauen-Stipendium der BTU
Die BTU hat für das Wintersemester 2025/26 ein MINT-Frauen-Stipendium für Bachelorstudentinnen ausgeschrieben. Die Angaben der Hochschule zeigen, wie so ein Programm aufgebaut sein kann.
| Merkmal | Angabe laut BTU-Seite |
|---|---|
| Zielgruppe | Frauen, die ein Bachelorstudium in einem von 18 förderfähigen MINT-Fächern an der BTU beginnen, zum Beispiel Informatik, Maschinenbau, Physik oder Mathematik |
| Förderung | 250 Euro pro Monat für neun Monate, insgesamt 2.250 Euro |
| Frist | 31. August 2025 (für das damalige Wintersemester abgelaufen) |
| Auswahl | Motivationsschreiben (max. zwei Seiten) oder Kurzclip (max. drei Minuten), Lebenslauf, Hochschulzugangsberechtigung, optional Empfehlungsschreiben aus einem MINT-Fach |
Die Frist ist vorbei, das Beispiel bleibt trotzdem lehrreich. Die Seite betont, dass die persönliche Motivation für MINT-Fächer neben den schulischen Leistungen ausschlaggebend sei. Masterbewerberinnen und Frauen, die bereits an der BTU studieren, waren ausgeschlossen. Die Auszahlung erfolgte nach der Immatrikulation.
Wenn du ein Motivationsschreiben verfasst, lies es aus Sicht einer Auswahlkommission. Ein klares Anliegen in den ersten Sätzen und zwei konkrete Beispiele wirken meist stärker als eine Liste von Stationen. Der Kurzclip ist eine Alternative. Wähle ihn nur, wenn du ihn technisch und inhaltlich sauber umsetzen kannst.
Hochschulen vergeben Stipendien aus eigenen Mitteln, Stiftungen und Unternehmen legen eigene Programme auf. Diese sind häufig an Ausschreibungen mit festen Zeiträumen gebunden. Für deine Planung ist weniger wichtig, woher das Geld kommt, sondern welche Bedingungen und welche Frist gelten.
Welche Bedingungen solltest du prüfen?
Vergleiche zwei oder drei Angebote nebeneinander, bevor du dich entscheidest. Die folgenden fünf Punkte decken die wichtigsten Unterschiede ab.
- Zielgruppe: Studiengang, Bachelor oder Master, Studienstart und Hochschule.
- Förderhöhe und Dauer: Betrag pro Monat, Anzahl der Monate und ob Einmalzahlungen vorkommen.
- Bewerbungsform: Anschreiben, Kurzvideo, Empfehlungsschreiben oder Notenübersicht.
- Frist und Ausschreibungsjahr: Ist das Angebot aktuell, oder steht nur eine alte Seite online?
- Anrechnung: Wie wirkt sich das Stipendium auf BAföG und andere Förderungen aus?
Wie passt das zu Deutschlandstipendium und BAföG?
Ein MINT-Stipendium für Frauen ist oft eine Ergänzung und kein Ersatz für andere Förderungen. Das Deutschlandstipendium ist einkommensunabhängig und an die Hochschule gebunden. Das BAföG richtet sich dagegen nach dem Einkommen. Prüfe, ob sich beides verträgt, bevor du dich festlegst. Den Überblick zum Deutschlandstipendium findest du im Ratgeber Deutschlandstipendium: Höhe, Bewerbung und Bedingungen.
Häufige Fragen
Muss ich schon an der Hochschule eingeschrieben sein?
Das hängt von der Ausschreibung ab. Das BTU-Beispiel setzte voraus, dass du ein Bachelorstudium neu beginnst. Die Auszahlung erfolgte erst nach der Immatrikulation. Ob du dich schon vorher bewerben kannst, steht in der Ausschreibung.
Gibt es Stipendien für Master-Studentinnen in MINT?
Das BTU-Beispiel gilt nur für den Bachelor. Für andere Programme musst du die Ausschreibung prüfen. Dass ein Beispiel nur den Bachelor betrifft, heißt nicht, dass es keine Angebote für den Master gibt.
Zählt ein MINT-Stipendium beim BAföG als Einkommen?
Dazu gibt es einen eigenen Ratgeber. Die Antwort hängt von der Förderung und vom BAföG-Amt ab. Lies dazu den Beitrag Stipendium und BAföG: Wird das Stipendium angerechnet?.
Lohnt sich die Bewerbung auch ohne Spitzennoten?
Das BTU-Beispiel zeigt, dass Motivation neben den schulischen Leistungen zählt. Ob dein Notenbild reicht, steht in der jeweiligen Ausschreibung. Lies die Auswahlkriterien genau, bevor du aufgibst. Konkret überzeugt meist, welche Erfahrungen du mit Technik oder Naturwissenschaften gemacht hast und was du damit beruflich erreichen willst.
Kann ich mehrere Stipendien kombinieren?
Prüfe die Regeln jedes Anbieters. Manche schließen andere Förderungen aus oder rechnen sie an. Ohne Rückfrage bei Anbieter oder Hochschule solltest du nichts annehmen, was sich gegenseitig ausschließt.
So gehst du jetzt vor
- Suche nach Programmen an deiner Hochschule und bei Stiftungen oder Unternehmen mit MINT-Schwerpunkt.
- Lege eine Liste mit Frist, Förderhöhe, Bewerbungsform und möglicher Anrechnung an.
- Schreibe ein Motivationsschreiben, das konkret zeigt, warum du ein MINT-Fach studieren willst.
- Kläre vor der Bewerbung, ob das Stipendium mit BAföG oder anderen Förderungen zusammenpasst.
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Quellen: Stifterverband: MINT-Studierende 2026 (Destatis-Daten, Wintersemester 2024); BTU: MINT-Frauen-Stipendium, Angaben zum Wintersemester 2025/26
Stand: Oktober 2026. Dieser Ratgeber ist allgemeine Information und keine individuelle Beratung.