Die BU-Rente ist die monatliche Zahlung, die du erhältst, wenn du berufsunfähig wirst. Als Student fällt die Entscheidung über die Höhe schwer, weil dein späteres Einkommen noch unbekannt ist. Dieser Ratgeber zeigt, wie du die Rente aus deinem tatsächlichen Bedarf herleitest und welche anderen Leistungen du dabei berücksichtigen musst.
Kurz beantwortet: Die BU-Rente sollte deinen monatlichen Bedarf im Ernstfall decken, abzüglich anderer Leistungen wie einer gesetzlichen Erwerbsminderungsrente. Eine feste Prozentregel gibt es gesetzlich nicht. Rechne mit dem Bedarf nach dem Berufseinstieg und nicht mit dem heutigen Studentenbudget. Stand: Oktober 2026.
Das Wichtigste in Kürze
- Die BU-Rente ist die Summe, die dir monatlich zusteht, wenn du deinen Beruf nicht mehr ausüben kannst.
- Die Höhe sollte sich am Bedarf nach dem Berufseinstieg orientieren, nicht am Budget im Studium.
- Gesetzliche Erwerbsminderungsrenten sind nur bei bestimmten Voraussetzungen und oft nicht in voller Höhe zu erwarten.
- Eine höhere Rente bedeutet einen höheren Beitrag. Die Rente muss also auch langfristig finanzierbar bleiben.
- Ob und wie sich die Rente später erhöhen lässt, zeigt die Nachversicherungsgarantie im Vertrag.
Was bedeutet BU-Rente genau?
Die Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt, wenn du deinen zuletzt ausgeübten Beruf wegen Krankheit, Körperverletzung oder eines über das altersübliche Maß hinausgehenden Kräfteverfalls voraussichtlich dauerhaft nicht mehr ausüben kannst. Die gesetzliche Definition steht in § 172 VVG. Die BU-Rente ist die monatliche Leistung, die du dann bekommst. Wie hoch sie ist, legst du beim Abschluss fest.
Für Studierende ist das besonders heikel, weil es noch keinen ausgeübten Beruf gibt, an dem sich die Rente messen lässt. Viele Tarife sehen deshalb eine Regelung für den künftigen Beruf vor. Wie der Tarif das regelt, steht in den Bedingungen. Einen Überblick über die BU für Studierende findest du im Ratgeber zur BU als Student.
Welche Leistungen zahlen schon im Ernstfall?
Bevor du die BU-Rente festlegst, solltest du wissen, welche anderen Stellen im Ernstfall etwas zahlen. Die wichtigste ist die gesetzliche Rente wegen Erwerbsminderung nach § 43 SGB VI. Sie hängt davon ab, wie viele Stunden du täglich arbeiten kannst, und von deinen Beitragszeiten.
| Stufe | Arbeitsfähigkeit laut Gesetz | Wichtige Voraussetzung |
|---|---|---|
| Volle Erwerbsminderung | weniger als 3 Stunden täglich | Drei Jahre Pflichtbeiträge in den letzten fünf Jahren vor Eintritt |
| Teilweise Erwerbsminderung | 3 bis unter 6 Stunden täglich | Drei Jahre Pflichtbeiträge in den letzten fünf Jahren vor Eintritt |
| Kein Anspruch auf Rente wegen Erwerbsminderung | 6 Stunden oder mehr täglich | Nicht zutreffend |
Die gesetzliche Rente misst deine Arbeitsfähigkeit an jeder denkbaren Tätigkeit und nicht an deinem Beruf. Sie fällt deshalb oft niedriger aus als eine private BU, die auf deinen Beruf abstellt. Ob du die Voraussetzungen erfüllst, hängt von deinen bisherigen Beitragszeiten ab. Ein Studium allein begründet keine Pflichtbeiträge, Werkstudentenjobs mit Rentenversicherungspflicht können dagegen zählen.
So berechnest du die BU-Rente Schritt für Schritt
- Liste deine Fixkosten nach dem Berufseinstieg auf: Miete, Krankenversicherung, Versicherungen, Mobilität und Telefon.
- Ergänze die Lebenshaltung, also Essen, Kleidung, Freizeit und Rücklagen. Nimm dafür einen realistischen Wert an.
- Rechne einen Puffer ein, etwa für Unvorhergesehenes. Die Höhe legst du selbst fest und machst sie als Annahme kenntlich.
- Zieh andere Leistungen ab, auf die du im Ernstfall sicher zählen kannst, zum Beispiel eine gesetzliche Rente, falls die Voraussetzungen erfüllt sind.
- Das Ergebnis ist der Betrag, den deine BU-Rente im Idealfall decken sollte. Runde ihn mit Blick auf dein Budget für den Beitrag.
Rechenbeispiel: Eine Rente von 1.700 Euro
Annahme: Du rechnest mit einem Bedarf nach dem Berufseinstieg. Alle Beträge in der Tabelle sind Annahmen und dienen nur der Veranschaulichung. Deine eigenen Werte solltest du einsetzen.
| Position | Annahme in Euro pro Monat |
|---|---|
| Miete inklusive Nebenkosten | 650 |
| Krankenversicherung | 300 |
| Andere Versicherungen und Altersvorsorge | 150 |
| Lebenshaltung | 500 |
| Mobilität | 100 |
| Summe des Bedarfs | 1.700 |
| Abzug gesetzliche Erwerbsminderungsrente (Annahme: Nicht sicher) | 0 |
| Richtwert für die BU-Rente | 1.700 |
Mit diesem Richtwert siehst du, wie groß die Lücke ist. Wenn du dir die volle Rente nicht leisten kannst, ist es sinnvoll, zunächst eine niedrigere Rente zu wählen und sie später über die Nachversicherungsgarantie zu erhöhen. Wie das funktioniert, erklärt der Ratgeber zur Nachversicherungsgarantie. Wichtig ist außerdem: Der Richtwert ist ein Ziel für die Planung, keine Zusage. Im Leistungsfall prüft der Versicherer, ob und in welchem Umfang die Voraussetzungen erfüllt sind. Deshalb solltest du die Bedingungen zu Wartezeiten, Ausschlüssen und zur Berufsbeschreibung kennen, bevor du die Höhe festlegst.
Warum nicht einfach die höchste Rente wählen?
Eine hohe Rente klingt nach mehr Sicherheit, sie hat aber einen Preis. Der Beitrag steigt mit der Rente, und du zahlst ihn über viele Jahre. Wenn du den Beitrag in deinem Studium kaum tragen kannst, drohen Lücken, Kündigungen oder das Ende des Schutzes genau dann, wenn du ihn brauchst. Eine Rente, die du sicher bezahlen kannst, ist meist die bessere Wahl als eine hohe Rente mit ständigen Geldsorgen.
Gibt es Obergrenzen für die Rente?
Viele Versicherer setzen Höchstbeträge fest, die sich am Einkommen oder an der Berufsgruppe orientieren. Das ist tarifabhängig und sollte im Angebot stehen. Frage vor dem Abschluss nach, wie die Obergrenze für deinen Studiengang aussieht, und lass dir die Antwort schriftlich geben.
Häufige Fragen
Gibt es eine feste Regel, wie hoch die BU-Rente sein sollte?
Nein, gesetzlich gibt es keine Prozentregel. Viele Berater orientieren sich am späteren Nettoeinkommen. Entscheidend ist aber dein tatsächlicher Bedarf, den du mit Annahmen selbst berechnest.
Muss ich die BU-Rente höher wählen, weil ich später besser verdiene?
Nicht unbedingt. Ein höheres späteres Einkommen führt nicht automatisch zu einem höheren Bedarf. Wer schon im Studium auf hohem Niveau lebt, hat andere Ausgaben als jemand mit geringen Fixkosten. Rechne mit deinem Bedarf, nicht mit einer Hoffnung auf höhere Einnahmen.
Kann ich die BU-Rente später noch ändern?
Eine Erhöhung ist nur möglich, wenn der Tarif sie vorsieht. Dafür gibt es oft die Nachversicherungsgarantie. Eine Senkung ist in der Regel nur über eine Vertragsänderung oder einen Tarifwechsel möglich. Die Bedingungen legen fest, was genau geht.
Wie hoch ist die BU-Rente, die ich als Student typischerweise wählen kann?
Das lässt sich nicht pauschal sagen. Die Höhe hängt von deinem Tarif, deinem Alter, deinem Studiengang und deiner Gesundheit ab. Ein seriöser Rechner oder eine Beratung liefert dir ein Angebot mit den genauen Werten.
So gehst du jetzt vor
- Berechne deinen Bedarf nach dem Berufseinstieg mit einer Tabelle, in der jede Annahme sichtbar ist.
- Prüfe, welche gesetzlichen Leistungen für dich realistisch sind, und notiere die Voraussetzungen.
- Vergleiche zwei oder drei Rentenhöhen und rechne den Beitrag für jede Variante durch.
- Lass dir die Obergrenze und die Erhöhungsoptionen schriftlich bestätigen, bevor du unterschreibst. Für eine persönliche Einordnung kannst du dich an die Beratung bei Academycon wenden, siehe So arbeiten wir.
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Quellen: § 172 VVG, Berufsunfähigkeit (gesetze-im-internet.de, Stand Oktober 2026); § 43 SGB VI, Rente wegen Erwerbsminderung (gesetze-im-internet.de, Stand Oktober 2026).
Stand: Oktober 2026. Dieser Ratgeber ist allgemeine Information und keine individuelle Beratung.