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Berufseinstieg als Jurist im Staatsdienst: Gehalt und Absicherung

Wer nach dem zweiten Staatsexamen in den Staatsdienst geht, wird meist Beamter oder Richter auf Probe. Was das für Gehalt, Beihilfe, PKV und Absicherung bedeutet, erklärt dieser Ratgeber.
Berufseinsteigerin mit Mitarbeiterausweis am ersten Arbeitstag

Inhalt

Der Berufseinstieg als Jurist im Staatsdienst beginnt meist nach dem zweiten Staatsexamen als Beamter auf Probe oder Richter auf Probe. Gehalt, Krankenversicherung und Absicherung folgen dann anderen Regeln als im Angestelltenverhältnis der Wirtschaft.

Kurz beantwortet: Im Staatsdienst ist die Besoldung gesetzlich geregelt, nicht tarifvertraglich. Eine endgültige Bundestabelle für 2026 lag bei unserer Recherche noch nicht vor, deshalb nennen wir keine feste Zahl. Die Krankenversicherung läuft meist über Beihilfe plus private Ergänzung, die Altersvorsorge über die Versorgung des Dienstherrn. Stand: Oktober 2026.

Das Wichtigste in Kürze

  • Nach dem zweiten Staatsexamen werden Volljuristen meist zunächst Beamte oder Richter auf Probe, bevor eine Verbeamtung auf Lebenszeit folgt.
  • Das Gehalt richtet sich nach der Besoldungsgruppe und dem Bundes- oder Landesrecht, nicht nach Verhandlung.
  • Beamte sind in der gesetzlichen Krankenversicherung in der Regel versicherungsfrei und erhalten Beihilfe vom Dienstherrn.
  • Beamte zahlen keinen Rentenbeitrag. Ihre Altersversorgung läuft über die Beamtenversorgung.
  • Die Dienstunfähigkeit ist das zentrale Absicherungsthema, und für Probebeamte gelten dabei eigene Regeln.
  • Eine Dienstunfähigkeitsversicherung kann sinnvoll sein, muss aber zu Status, Familie und Gesundheit passen.

Wie hoch ist das Gehalt im Staatsdienst?

Das Gehalt eines Juristen im Staatsdienst ergibt sich aus der Besoldungsgruppe des Amtes. Für viele Einstiege in den höheren Dienst der Verwaltung gilt die Besoldungsgruppe A 13. In der Justiz sind die Ämter je nach Land unterschiedlich bewertet, teils nach R 1 für Richter, teils nach A 13 für Staatsanwälte. Grundlage sind das Bundesbesoldungsgesetz und die Landesbesoldungsgesetze, nicht ein Tarifvertrag.

Eine feste Euro-Zahl nennen wir an dieser Stelle bewusst nicht. Die Besoldung für 2026 steht im Bund noch im Anpassungsverfahren, Zwischenstände aus Hochrechnungen sind vorläufig. Maßgeblich sind das Ernennungsschreiben mit der konkreten Besoldungsgruppe und die amtliche Besoldungstabelle des Bundes oder des jeweiligen Landes.

BestandteilWas er bedeutetWo du nachsiehst
GrundgehaltRichtet sich nach Besoldungsgruppe und ErfahrungsstufeBesoldungsgesetz des Bundes oder des Landes
FamilienzuschlagAbhängig von Familienstand und KindernBesoldungsgesetz des Dienstherrn
SonderzahlungenRichten sich nach dem Dienstrecht des DienstherrnDienstrechtliche Vorschriften des Landes oder Bundes

Welche Krankenversicherung gilt für Beamte im Einstieg?

Beamte sind nach § 6 SGB V in der Regel versicherungsfrei in der gesetzlichen Krankenversicherung, weil für sie die Fürsorge des Dienstherrn gilt. Der Dienstherr zahlt einen Teil der Krankheitskosten als Beihilfe, den Rest deckt meist eine private Krankenversicherung ab. Die Beihilfe ist kein Pauschalbetrag. Der Bemessungssatz hängt von Status, Familienstand und Land ab, deshalb lohnt der Blick in die Landesbeihilfeverordnung.

Die Beihilfe muss beantragt werden und deckt nur einen Teil der Kosten. Die Restkosten sichert man über eine private Ergänzung ab. Ob sich ein Tarif lohnt, hängt von Beihilfesatz, Leistungsumfang, Wartezeiten und Alter ab, nicht allein vom Beitrag. Wer noch im Vorbereitungsdienst steckt, findet die Regeln im Ratgeber zur Krankenversicherung im Referendariat.

Wie sichere ich mich gegen Dienstunfähigkeit ab?

Für Beamte auf Lebenszeit regelt § 26 BeamtStG die Versetzung in den Ruhestand wegen Dienstunfähigkeit. Sie kann bei dauerhafter Dienstunfähigkeit vorliegen, und auch bei Krankheit, wenn innerhalb von sechs Monaten mehr als drei Monate kein Dienst getan wurde und keine Aussicht auf volle Wiederherstellung innerhalb einer landesrechtlich bestimmten Frist besteht. Die Länder können eigene Regeln vorsehen.

In der Probezeit gelten für Beamte auf Probe und auf Widerruf eigene Regeln, die sich vom Lebenszeitbeamten unterscheiden können. Wie Dienstunfähigkeit in dieser Phase behandelt wird, klärt der Dienstherr verbindlich.

BereichBeamter im EinstiegAngestellter in der Wirtschaft
KrankenversicherungBeihilfe plus private ErgänzungGesetzliche Kasse mit einkommensabhängigem Beitrag, oder PKV über der Grenze
AltersvorsorgeVersorgung des Dienstherrn, keine RentenbeiträgeGesetzliche Rente, ergänzt durch eigene Vorsorge
Verlust der ArbeitsfähigkeitDienstunfähigkeit nach DienstrechtErwerbsminderungsrente nach § 43 SGB VI
ZusatzschutzDienstunfähigkeitsversicherung als OptionBerufsunfähigkeitsversicherung als Option

Eine Dienstunfähigkeitsversicherung wird vor allem für Beamte auf Probe diskutiert, weil Versorgungsansprüche an eine bestimmte Dienstzeit gebunden sind. Ob sie passt, hängt von Gesundheit, Familie, Lebensplan und den Vertragsbedingungen ab. Bei Gesundheitsfragen gilt die Anzeigepflicht nach § 19 VVG. Unvollständige Angaben können den Schutz gefährden.

Was ändert sich, wenn ich später in die Wirtschaft wechsle?

Mit dem Ende des Beamtenverhältnisses endet die Beihilfe, und die private Krankenversicherung muss neu geregelt werden. Werden Dienstzeiten ohne Versorgungsanspruch beendet, erfolgt nach § 8 SGB VI in der Regel eine Nachversicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung.

Beim Wechsel in die Wirtschaft entscheidet das Gehalt über den Weg in der Krankenversicherung. Liegt das regelmäßige Jahresentgelt unter der Grenze von 77.400 Euro im Jahr (Stand 1.1.2026, GKV-Spitzenverband), gilt wieder die gesetzliche Krankenversicherung. Darüber kannst du wählen, ob du in der PKV bleibst oder in die GKV wechselst.

Häufige Fragen

Bekomme ich als Beamter automatisch Beihilfe?

Ein Anspruch auf Beihilfe besteht grundsätzlich, er muss aber beantragt werden. Den Bemessungssatz und die einzureichenden Belege regelt das Beihilferecht des Dienstherrn. Frag bei deiner Beihilfestelle nach, welche Unterlagen du brauchst.

Muss ich mich selbst um eine Krankenversicherung kümmern?

Ja, denn die Beihilfe deckt nur einen Teil der Kosten. Den Rest übernimmt eine private Krankenversicherung, die du selbst auswählst und abschließt. Der Dienstherr beantwortet Fragen zur Beihilfe, die Tarifwahl bleibt bei dir.

Reicht die Versorgung des Dienstherrn im Ernstfall aus?

Die Versorgung bei Dienstunfähigkeit hängt von Dauer, Status und Landesrecht ab. In den ersten Dienstjahren sind Versorgungsansprüche oft noch gering, weil sie an die Dienstzeit gebunden sind. Ob du diese Lücke schließen willst, ist eine persönliche Abwägung.

Was passiert, wenn ich nach zwei Jahren in die Wirtschaft wechsle?

Dann endet das Beamtenverhältnis, und die Versicherungsfragen beginnen neu. Die Rentenseite wird meist durch eine Nachversicherung geregelt, die Krankenversicherung richtet sich nach dem Einkommen beim neuen Arbeitgeber. Kläre Beihilfe und Tarif vor dem Wechsel mit deinem Versicherer.

Gilt die Dienstunfähigkeit auch in der Probezeit?

Für Beamte auf Probe gelten besondere Regeln, die sich von denen für Lebenszeitbeamte unterscheiden. Der Dienstherr nennt die für dich geltende Vorschrift verbindlich. Diese Frage solltest du vor einer Entscheidung über eine Zusatzversicherung klären.

So gehst du jetzt vor

  1. Prüfe dein Ernennungsschreiben und suche die Besoldungsgruppe im Besoldungsgesetz des Bundes oder deines Landes.
  2. Kläre bei der Beihilfestelle deinen Bemessungssatz und welche Belege du einreichen musst.
  3. Vergleiche private Ergänzungstarife erst, wenn du den Beihilfesatz kennst, und lies die Leistungsbeschreibung genau.
  4. Entscheide über eine Dienstunfähigkeitsversicherung mit Blick auf Gesundheit, Familie und die Anzeigepflicht nach § 19 VVG.
  5. Lass dir bei Bedarf persönlich helfen. Eine Einordnung ist bei Academycon möglich, der Ablauf steht unter So arbeiten wir.

Passend dazu

Quellen: § 6 SGB V (Stand: Oktober 2026), § 26 BeamtStG (Stand: Oktober 2026), § 19 VVG (Stand: Oktober 2026), § 43 SGB VI (Stand: Oktober 2026).

Stand: Oktober 2026. Dieser Ratgeber ist allgemeine Information und keine individuelle Beratung.

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