Wer einen Master in Großbritannien plant, rechnet mit mehreren Posten: Studiengebühren, die Nachweise für das Visum, die Gesundheitsabgabe für Studierende und die eigene Krankenversicherung in Deutschland. Dieser Ratgeber zeigt die Zahlen mit Stand und Quelle und erklärt, wo du selbst nachprüfen musst.
Kurz beantwortet: Für einen Master in Großbritannien brauchst du in der Regel ein Studentenvisum. Die Immigration Health Surcharge beträgt laut Universität Swansea 776 Pfund pro Jahr (Stand August 2025). Für Kurse ab neun Monaten nennt die Universität einen Lebenshaltungsnachweis von 10.539 Pfund plus die Studiengebühren des ersten Jahres, bis 30. November 2026 (Stand September 2026). Deine deutsche Krankenversicherung klärst du separat, weil die studentische Pflichtversicherung an eine deutsche Hochschule gebunden ist. Stand: Oktober 2026.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Immigration Health Surcharge kostet Studierende 776 Pfund pro Jahr (Stand August 2025).
- Für Kurse ab neun Monaten gilt ein Lebenshaltungsnachweis von 10.539 Pfund, ab 1. Dezember 2026 von 10.827 Pfund (Stand September 2026).
- Die Studiengebühren legt jede Hochschule selbst fest und sie kommen zusätzlich dazu.
- Die studentische Pflichtversicherung in Deutschland knüpft an die Einschreibung an einer deutschen Hochschule an.
- Freiwillig versichert liegt der Mindestbeitrag für die Krankenversicherung 2026 bei 222,80 Euro pro Monat (berechnet).
Was kostet das Studentenvisum für Großbritannien?
Die Immigration Health Surcharge wird pro Jahr der Aufenthaltsgenehmigung berechnet und gibt dir Zugang zum staatlichen britischen Gesundheitssystem NHS. Laut der Universität Swansea, die die Vorgaben der britischen Behörden zusammenfasst, sind das 776 Pfund pro Jahr (Stand August 2025). Bei Aufenthalten unter sechs Monaten gilt die halbe Jahresrate von 388 Pfund. Außerdem verlangt das Visum einen Nachweis über die Lebenshaltungskosten. Die Universität nennt dafür 10.539 Pfund für Kurse ab neun Monaten plus die Studiengebühren des ersten Jahres, bis 30. November 2026. Danach steigt der Betrag auf 10.827 Pfund (Stand September 2026).
| Posten | Betrag | Stand und Quelle |
|---|---|---|
| Immigration Health Surcharge, Studierende | 776 Pfund pro Jahr | August 2025, Universität Swansea |
| Lebenshaltungsnachweis, Kurs ab neun Monaten | 10.539 Pfund plus Studiengebühren Jahr 1 (bis 30.11.2026) | September 2026, Universität Swansea |
| Lebenshaltungsnachweis ab 1.12.2026 | 10.827 Pfund plus Studiengebühren Jahr 1 | September 2026, Universität Swansea |
Annahme: Der Master dauert zwölf Monate und beginnt vor dem 30. November 2026. Dann fallen 776 Pfund Gesundheitszuschlag an. Dazu kommt der Nachweis von 10.539 Pfund, und die Studiengebühren des ersten Jahres musst du ebenfalls nachweisen. Die Gebühren sind in dieser Summe nicht enthalten.
Wie hoch sind die Studiengebühren?
Die Studiengebühren legt jede britische Hochschule selbst fest. Sie unterscheiden sich nach Fach, Studiendauer und Status, und sie können von Jahr zu Jahr steigen. Für Studierende aus dem Ausland liegen sie oft deutlich über den Beträgen für Studierende mit britischem Status. Prüfe deshalb die Angaben auf der Seite der Hochschule für jedes Studienjahr, bevor du dich bewirbst oder ein Visum beantragst.
Wie bist du in Großbritannien und in Deutschland krankenversichert?
Die Immigration Health Surcharge ist kein Krankenversicherungsvertrag, sondern ein Zuschlag zum Visum. Deine deutsche Krankenversicherung bleibt davon getrennt. Die studentische Pflichtversicherung (KVdS) nach § 5 Abs. 1 Nr. 9 SGB V knüpft an die Einschreibung an einer staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschule an. Bei einem Studium in Großbritannien bist du darüber in der Regel nicht versichert. Dann kommen eine freiwillige Versicherung oder, falls die Voraussetzungen erfüllt sind, eine Familienversicherung infrage. Kläre das frühzeitig mit deiner Krankenkasse.
Für freiwillig Versicherte nennt das GKV-Spitzenverband-Faktenblatt für 2026 eine Mindestbemessungsgrundlage von 1.318,33 Euro pro Monat. Mit dem ermäßigten Satz von 14,0 Prozent plus einem angenommenen Zusatzbeitrag von 2,9 Prozent ergibt sich ein Mindestbeitrag von 222,80 Euro pro Monat (Stand 1. Januar 2026, berechnet). Ob dieser Mindestbeitrag für dich gilt, hängt von deiner Situation ab.
| Rechenschritt | Betrag | Stand und Quelle |
|---|---|---|
| Mindestbemessungsgrundlage freiwillig 2026 | 1.318,33 Euro pro Monat | GKV-SV Faktenblatt, 1. Januar 2026 |
| KV-Beitrag: 16,9 Prozent (14,0 plus 2,9 Prozent Zusatzbeitrag, Annahme) | 222,80 Euro pro Monat | berechnet |
| Jahresbetrag bei zwölf Monaten (Annahme) | 2.673,60 Euro | berechnet |
Passt ein Master in Großbritannien zu deiner Lage?
Ein britischer Master lohnt sich für manche Pläne, für andere ist er zu teuer oder zu aufwendig. Die folgende Gegenüberstellung hilft bei der Entscheidung, ersetzt aber keine persönliche Prüfung.
| Passt eher, wenn | Passt eher nicht, wenn |
|---|---|
| Du ein Berufsziel hast, für das ein britischer Abschluss wichtig ist | Du die Gesamtkosten nur grob kennst und noch keine Finanzierung hast |
| Du die Nachweise für Lebenshaltung und Gebühren früh zusammenbekommst | Du nach dem Master zügig eine deutsche Anstellung mit bestimmter Versicherung brauchst |
| Du dich außerhalb des deutschen Systems versichern kannst und willst | Du die Versicherungsfrage ungeklärt lassen möchtest |
Wie finanzierst du den Master?
Ob BAföG für einen Master im Ausland möglich ist, richtet sich nach den Regeln des Bundesausbildungsförderungsgesetzes. Entschieden wird vom zuständigen Amt für Ausbildungsförderung, nicht von der Hochschule. Auch ein Stipendium kann die Lücke schließen. Für den KfW-Studienkredit nennt das Merkblatt mit Stand November 2023 eine Altersgrenze von höchstens 44 Jahren und einen monatlichen Höchstbetrag von 650 Euro. Prüfe bei der KfW, ob der Kredit für dein Auslandsstudium gilt, denn die Produktseite war für diesen Ratgeber nicht abrufbar.
Häufige Fragen
Gilt die Immigration Health Surcharge auch bei einem kurzen Aufenthalt?
Bei Aufenthalten unter sechs Monaten nennt die Universität Swansea die halbe Jahresrate, also 388 Pfund (Stand August 2025). Ein Master dauert meist länger, deshalb ist die volle Rate der realistische Fall. Lass dir den Betrag für deine genaue Aufenthaltsdauer bestätigen.
Muss ich die Lebenshaltungskosten auf einem britischen Konto nachweisen?
Die Universität Swansea beschreibt die Beträge als Nachweis für das Visum (Stand September 2026). Welche Form zulässig ist, legt die britische Visabehörde fest. Prüfe die aktuellen Anforderungen auf gov.uk, bevor du Konten eröffnest.
Bleibt meine deutsche Krankenversicherung automatisch bestehen?
Nicht automatisch. Ob du weiterversichert bleibst oder in eine andere Absicherung wechseln musst, klärt deine Krankenkasse anhand deiner Situation. Frage frühzeitig nach, weil für Anmeldungen und Wechsel Fristen gelten.
Wo finde ich die aktuellen Beträge?
Die Angaben in diesem Ratgeber stammen aus den Quellen unten und sind auf den Stand Oktober 2026 geprüft. Für deine Anmeldung zählen die Angaben auf gov.uk und auf der Seite deiner Hochschule.
So gehst du jetzt vor
- Lege fest, wann dein Master beginnt und wie lange er dauert, denn Gesundheitszuschlag und Nachweise richten sich danach.
- Frage bei der Hochschule die Studiengebühren für jedes Studienjahr ab und lass sie dir schriftlich bestätigen.
- Kläre mit deiner Krankenkasse, ob du nach der Einschreibung im Ausland weiterversichert bleibst.
- Stelle BAföG-Anträge rechtzeitig beim zuständigen Amt und prüfe Stipendien, bevor du den Studienplatz annimmst.
Passend dazu
- Master im Ausland: Länder, Bewerbung und Kosten
- Studienkredit für den Master im Ausland
- BAföG beantragen: Antrag, Fristen und Unterlagen
- Master oder Direkteinstieg: Entscheidung nach Fach
- Stipendium im Studium finden: Arten, Anbieter und Voraussetzungen
Quellen: Universität Swansea, Finanzierung von Studentenvisa, Stand September 2026 (enthält die IHS-Angaben, Stand August 2025); GKV-Spitzenverband, Faktenblatt Rechengrößen, Stand 1. Januar 2026; § 5 SGB V.
Stand: Oktober 2026. Dieser Ratgeber ist allgemeine Information und keine individuelle Beratung.