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Assistenzarzt Gehalt: Tarif, Stufen und Nachtdienst

Was verdient ein Assistenzarzt 2026 im TV-Ärzte/VKA? Grundgehalt, Stufen, Bereitschaftsdienst und Nachtzuschläge im Überblick, mit Rechenbeispiel.
Berufseinsteigerin mit Mitarbeiterausweis am ersten Arbeitstag

Inhalt

Das Gehalt als Assistenzarzt hängt vor allem vom anwendbaren Tarifvertrag ab, nicht von der Stellenbezeichnung. Im kommunalen Bereich beginnt die Vergütung nach dem TV-Ärzte/VKA mit einem Grundgehalt von rund 5.720 Euro brutto, dazu kommen Bereitschafts- und Nachtdienste.

Kurz beantwortet: Im Geltungsbereich des TV-Ärzte/VKA liegt das Monatsentgelt eines Assistenzarztes in Stufe 1 bei 5.722,05 Euro brutto (Stand Juni 2026, gültig bis 31. Dezember 2026). Bereitschaftsdienste und Nachtarbeit werden zusätzlich vergütet. Landesuniversitätskliniken folgen meist einem anderen Tarifvertrag.

Das Wichtigste in Kürze

  • Assistenzärzte sind im TV-Ärzte/VKA in der Entgeltgruppe I eingruppiert, Stufe 1 liegt bei 5.722,05 Euro brutto im Monat.
  • Die Stufen steigen nach einem, zwei, drei, vier und fünf Jahren ärztlicher Tätigkeit.
  • Bereitschaftsdienste werden nach Stufen gestaffelt mit Stundensätzen vergütet, die bei rund 37 bis 40 Euro liegen.
  • Nachtarbeit ist mit 20 Prozent Zuschlag vergütet, Sonntagsarbeit mit 25 Prozent.
  • Mit Diensten kann das Gesamtentgelt die Versicherungspflichtgrenze überschreiten. Das solltest du bei der Krankenversicherung prüfen.

Wie hoch ist das Grundgehalt im TV-Ärzte/VKA?

Die Tabelle nennt Monatsentgelte brutto bei Vollzeit. Bei Teilzeit sinkt das Entgelt anteilig, die Stufenlogik bleibt gleich. Die Stufe richtet sich nach der Dauer ärztlicher Tätigkeit, nicht nach dem Lebensalter.

StufeMonatsentgelt brutto, Entgeltgruppe I (Assistenzarzt)Stufenlaufzeit
15.722,05 EuroEinstieg
26.046,42 Euronach 1 Jahr
36.278,07 Euronach 2 Jahren
46.679,58 Euronach 3 Jahren
57.158,37 Euronach 4 Jahren
67.355,29 Euronach 5 Jahren ärztlicher Tätigkeit

Quelle: Entgelttabelle TV-Ärzte/VKA, gültig vom 1. Juni 2026 bis 31. Dezember 2026. Die Werte stammen von einer Sekundärseite und sollten vor einer Verhandlung am Originaltext des Tarifvertrags geprüft werden. Ab 2027 kann eine neue Tabelle gelten.

Für die Eingruppierung zählt die tatsächlich übertragene Tätigkeit. Die Stellenbezeichnung allein entscheidet nicht. Welche Vorzeiten bei der Stufe angerechnet werden, regelt der Tarifvertrag im Einzelnen. Kläre das schriftlich, bevor du den Vertrag unterschreibst.

Was bringen Bereitschafts- und Nachtdienste?

Im Klinikalltag machen Dienste oft einen großen Teil des Gesamtentgelts aus. Bereitschaftsdienste werden stundenweise vergütet, Nachtarbeit erhält einen Zuschlag. Die folgende Tabelle zeigt die Stundensätze für Bereitschaftsdienst, die nach der Auswertung vom 1. Juni bis 31. Dezember 2026 gelten.

StufeStundenentgelt Bereitschaftsdienst
1 und 236,86 Euro
3 und 438,26 Euro
5 und 639,66 Euro

Zusätzlich erhältst du laut Auswertung 15 Prozent des Stundenentgelts für die Dauer des Dienstes, der nicht in Freizeit umgewandelt werden kann. Ab mehr als vier Diensten im Monat erhöht sich die Bewertung um 10 Prozentpunkte.

Annahme: 48 Stunden Bereitschaftsdienst im Monat in Stufe 1 ergeben rechnerisch rund 1.769 Euro brutto zusätzlich (48 × 36,86 Euro). Die tatsächliche Vergütung hängt von Anrechnung und Bewertung im Einzelfall ab.

  • Nachtarbeit: 20 Prozent Zuschlag auf das Stundenentgelt.
  • Überstunden: 15 Prozent Zuschlag.
  • Sonntagsarbeit: 25 Prozent Zuschlag.
  • Samstagsarbeit zwischen 13 und 20 Uhr, ohne Wechselschicht: 20 Prozent des Stundenentgelts.
  • Feiertagsarbeit: 135 Prozent ohne Freizeitausgleich, 35 Prozent mit Freizeitausgleich.

Was bleibt netto übrig?

Annahme: Steuerklasse 1, kinderlos, keine Zuschläge, keine Kirchensteuer, Zusatzbeitrag 2,9 Prozent. Bei 5.722,05 Euro brutto ergibt die Schätzung rund 3.500 Euro netto im Monat. Mit 9 Prozent Kirchensteuer auf die Lohnsteuer sind es etwa 3.410 Euro.

Zuschläge erhöhen das Netto nur anteilig, weil auch sie Steuern und Sozialabgaben auslösen. Die Schätzung ersetzt keine Lohnabrechnung, zeigt aber die Größenordnung für die Planung.

Krankenversicherung im Assistenzjahr

Ohne Dienste liegt das Grundentgelt unter der Versicherungspflichtgrenze von 6.450 Euro im Monat (77.400 Euro im Jahr, Stand 2026). Mit Bereitschaftsdiensten kann das Gesamtentgelt diese Grenze jedoch überschreiten. Dann ändert sich die Frage, ob du gesetzlich pflichtversichert bleibst. Prüfe das frühzeitig, bevor du dich für eine Kasse entscheidest. Mehr zur Lage nach dem Berufseinstieg findest du unter PKV beim Berufseinstieg: Vorteile und Entscheidung für Absolventen.

Rechenbeispiel: Jahresentgelt mit Diensten

Annahme: Grundentgelt in Stufe 1 über zwölf Monate und jeden Monat 48 Stunden Bereitschaftsdienst zu 36,86 Euro. Dann ergeben sich 68.664,60 Euro Grundentgelt und rund 21.231 Euro aus Diensten, zusammen rund 89.900 Euro brutto im Jahr. Sonderzahlungen, Urlaubsgeld und Rufbereitschaft sind darin nicht enthalten, weil sie im Tarif gesondert geregelt sein können.

Das Beispiel zeigt, warum Dienste im Klinikalltag so stark ins Gewicht fallen. Gleichzeitig steigt mit der Zahl der Dienste die Belastung, die bei der Entscheidung für eine Stelle eine eigene Rolle spielen sollte.

Welche Unterlagen solltest du prüfen?

  • Arbeitsvertrag mit ausdrücklichem Verweis auf den geltenden Tarifvertrag und die Entgeltgruppe.
  • Anrechnung von Vorzeiten für die Stufen, schriftlich festgehalten.
  • Aufstellung der Bereitschaftsdienste und der Zuschläge für Nacht, Sonntag und Feiertag.
  • Regelungen zu Jahressonderzahlungen, Urlaub und Fortbildung.

Häufige Fragen

Verdient ein Assistenzarzt an Universitätskliniken gleich viel?

Nein. Landesuniversitätskliniken richten sich meist nach dem TV-Ärzte TdL, der eigene Tabellen hat. Die Werte des TV-Ärzte/VKA dürfen dafür nicht übernommen werden. Frage bei der Klinik nach dem geltenden Tarifvertrag.

Wie steigt das Gehalt über die Jahre?

Nach den Stufen aus der Tabelle steigt das Grundentgelt in Schritten. Der Unterschied zwischen Stufe 1 und Stufe 2 beträgt rund 324 Euro brutto im Monat (berechnet aus der Tabelle). Die Stufenlaufzeiten richten sich nach der Dauer ärztlicher Tätigkeit. Unterbrechungen durch Elternzeit oder Krankheit können die Stufenlaufzeit verschieben, das regelt der Tarif im Einzelfall.

Lohnt sich der Nachtdienst finanziell?

Nachtdienste bringen Zuschläge, kosten aber Erholung und können die Belastung deutlich erhöhen. Entscheide deshalb nicht nur nach dem Geld. Lass dir die Dienstplanung und die Zahl der Dienste im Monat vorab nennen.

Was ändert sich nach der Facharztprüfung?

Mit dem Facharzttitel wechselst du in eine andere Entgeltgruppe. Die Tabelle für Fachärztinnen und Fachärzte ist eigenständig und wird in diesem Ratgeber nicht abgebildet. Plane den Übergang mit deiner Personalabteilung, denn Weiterbildungszeiten können für die Stufen unterschiedlich angerechnet werden.

Wo finde ich die aktuelle Tabelle?

Die Entgelttabelle hängt am Tarifvertrag und wird regelmäßig angepasst. Frage deine Personalabteilung nach der jeweils gültigen Fassung und prüfe, ob sie dem Originaltext entspricht.

Gerade im ersten Jahr sind die Abläufe neu und die Dienste ungewohnt. Sprich früh mit erfahrenen Kolleginnen und Kollegen über ihre Erfahrungen mit Diensten, Zuschlägen und Krankenversicherung. Das ersetzt keine Vertragsprüfung, hilft aber, die Zahlen aus der Tabelle im Alltag einzuordnen.

So gehst du jetzt vor

  1. Kläre schriftlich, ob TV-Ärzte/VKA oder TV-Ärzte TdL gilt.
  2. Rechne Bereitschafts- und Nachtdienste auf einen typischen Monat hoch, bevor du zusagst.
  3. Prüfe die Krankenversicherung, sobald dein Gesamtentgelt die Versicherungspflichtgrenze erreichen kann.
  4. Lass dir die Anrechnung von Vorzeiten für die Stufen im Vertrag festhalten.

Passend dazu

Quellen: Entgelttabelle TV-Ärzte/VKA, gültig ab 1. Juni 2026 (Sekundärabdruck, Stand Juni 2026); Auswertung TV-Ärzte/VKA mit Stufenlaufzeiten und Zuschlägen (Stand Juli 2026, Originaltext des Tarifvertrags maßgeblich).

Stand: Oktober 2026. Dieser Ratgeber ist allgemeine Information und keine individuelle Beratung.

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