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Glossar: Drittmittel einfach erklärt

Drittmittel sind zusätzliche Gelder für Forschung und Lehre an Hochschulen. Das Glossar erklärt den Begriff, woher die Mittel kommen und was sie für Promovierende bedeuten.
Doktorandin arbeitet im Büro an ihrer Dissertation

Inhalt

Drittmittel sind Gelder, die eine Hochschule oder Forschungseinrichtung zusätzlich zu ihrem regulären Haushalt einwirbt. Wer promoviert oder in der Forschung arbeitet, begegnet dem Begriff ständig, etwa in Stellenausschreibungen, bei Projekten und bei Stipendien. Dieser Beitrag erklärt, was dahintersteckt und welche Folgen das für deine Promotion haben kann.

Kurz beantwortet: Drittmittel sind zusätzliche Mittel, die Hochschulen von öffentlichen oder privaten Geldgebern für Forschung, Entwicklung, Nachwuchsförderung und Lehre einwerben. Sie kommen neben die Grundausstattung aus dem Landeshaushalt hinzu. Typische Geber sind die Deutsche Forschungsgemeinschaft, Bundesministerien, die Europäische Union, Stiftungen und Unternehmen. Für Promovierende bedeuten sie häufig eine befristete Stelle.

Das Wichtigste in Kürze

  • Drittmittel kommen zusätzlich zur Grundausstattung hinzu, also zum regulären Haushalt des Landes.
  • Geber können öffentliche Stellen, Stiftungen oder Unternehmen sein.
  • Sie fließen meist in ein bestimmtes Vorhaben und sind oft zeitlich befristet.
  • Drittmittel können der Hochschule, einer Einrichtung oder einzelnen Beschäftigten zufließen.
  • Ob deine Stelle drittmittelfinanziert ist, zeigen Arbeitsvertrag und Projektlaufzeit.

Woher kommen Drittmittel?

Das Statistische Bundesamt beschreibt Drittmittel in seinem Glossar (Seitenstand 10.12.2021) als Gelder, die Hochschulen zusätzlich zu ihrem Haushalt von öffentlichen oder privaten Stellen erhalten, um Forschung, Entwicklung, den wissenschaftlichen Nachwuchs und die Lehre zu fördern. Ausdrücklich nicht dazu zählen Mittel des Trägerlandes. Das ist wichtig, wenn du Finanzzahlen zu Hochschulen liest.

Typische Geber sind die Deutsche Forschungsgemeinschaft, Bundesministerien, die Europäische Union, Stiftungen und Unternehmen, die einen Forschungsauftrag vergeben. Die Mittel werden meist über Anträge eingeworben, oft gemeinsam mit einzelnen Professorinnen und Professoren.

Was bedeuten Drittmittel für Promovierende?

Viele Promotionsstellen sind über Drittmittelprojekte finanziert. Dann bist du als Mitarbeiterin oder Mitarbeiter angestellt, und dein Gehalt hängt an der Laufzeit des Projekts. Läuft die Förderung aus, endet in der Regel auch die Stelle, sofern sie nicht verlängert wird. Mehr zur Finanzierung einer Promotion findest du in Promotion finanzieren: Stelle, Stipendium oder Eigenmittel im Vergleich.

Stipendien laufen anders. Sie werden meist direkt an die geförderte Person gezahlt. Ob eine konkrete Förderung in der Hochschulstatistik als Drittmittel verbucht wird, entscheidet die jeweilige Hochschule nach ihren Regeln. Frag bei Unklarheiten das Promotionsbüro oder die Forschungsabteilung. Zur Krankenversicherung bei einer Stelle als Doktorand lies Krankenversicherung als Doktorand: Immatrikulation, Stelle oder Stipendium.

Wie erkennst du eine drittmittelfinanzierte Stelle?

  1. Schau in die Ausschreibung. Häufig steht dort, dass die Stelle aus einem bestimmten Projekt finanziert wird.
  2. Frag im Gespräch nach der Laufzeit der Finanzierung und nach Verlängerungsmöglichkeiten.
  3. Prüfe den Arbeitsvertrag. Dort stehen Befristungsgrund, Laufzeit und Vergütungsgruppe.
  4. Kläre, ob du in einem Einzelprojekt oder in einem größeren Verbundvorhaben arbeitest.

Was ist der Unterschied zur Grundausstattung?

Die Grundausstattung kommt aus dem regulären Hochschulhaushalt und ist planbar. Drittmittel sind zusätzliche Mittel für bestimmte Vorhaben. Sie sind deshalb oft befristet, und eine Hochschule kann nicht sicher damit rechnen, dass sie in gleicher Höhe wieder fließen. Eine Drittmittelstelle ist daher in der Regel befristet.

Häufige Fragen

Sind Drittmittel dasselbe wie Forschungsgelder?

Nicht ganz. Forschungsgelder sind der weitere Begriff. Drittmittel bezeichnen die Mittel, die von außen zur Hochschule kommen. Sie umfassen auch Mittel für Lehre und Nachwuchsförderung, nicht nur für Forschung.

Sind Drittmittelstellen sicher?

Sie sind an die Laufzeit des Projekts gebunden. Eine Verlängerung ist möglich, aber nie garantiert. Plane deshalb deine Promotion so, dass sie auch bei einem früheren Ende machbar bleibt, soweit das fachlich geht.

Kann ich selbst Drittmittel einwerben?

Als Promovierende kannst du ein Stipendium beantragen, etwa bei einer Begabtenförderung. Größere Drittmittelprojekte werden jedoch meist von Professorinnen und Professoren eingeworben. Sprich bei Interesse deine Betreuerin oder deinen Betreuer an.

Wo finde ich Förderer und offene Stellen?

Die Forschungsförderung deiner Hochschule, das Promotionsbüro und die Ausschreibungsseiten der Hochschule sind gute Anlaufstellen. Die Förderer selbst veröffentlichen ihre Programme auf ihren Websites.

Gilt eine Drittmittelstelle als Dauerstelle?

In der Regel nicht. Drittmittelstellen sind befristet, weil sie an ein Projekt gebunden sind. Wenn du dich langfristig in der Wissenschaft sehen willst, lohnt sich ein Blick auf die Karriereplanung deiner Fakultät.

So gehst du jetzt vor

  1. Prüfe, ob deine Stelle oder dein Projekt über Drittmittel läuft, und notiere dir die Laufzeit.
  2. Lies den Arbeitsvertrag genau, vor allem Befristung, Vergütung und Verlängerungsregeln.
  3. Kläre mit deiner Betreuerin oder deinem Betreuer, wie es nach Projektende weitergeht.
  4. Vergleiche die Finanzierungswege für deine Promotion, also Stelle, Stipendium oder Eigenmittel.

Passend dazu

Quellen: Statistisches Bundesamt, Glossar: Drittmittel (letzte Aktualisierung der Seite 10.12.2021), Statistisches Bundesamt, Erläuterungen zur Hochschulfinanzstatistik (abgerufen Oktober 2026).

Stand: Oktober 2026. Dieser Ratgeber ist allgemeine Information und keine individuelle Beratung.

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