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Arzttermine als Privatpatient: Wie schnell bekommst du einen Termin?

Wie schnell bekommen Privatpatienten einen Arzttermin? Gründe, Grenzen, Ablauf mit Rechnung und die Alternative der Terminservicestelle 116117.
Symbolbild: Privatpatient beim Arzttermin

Inhalt

Ob Privatpatienten schneller einen Arzttermin bekommen, lässt sich nicht pauschal beantworten. Häufig wird als Grund genannt, dass Praxen privat Versicherte nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) abrechnen. Eine Garantie gibt es aber nicht: Wartezeiten hängen von Region, Fachrichtung und Praxis ab, und auch gesetzlich Versicherte haben Anspruch auf Hilfe bei der Terminsuche. Für den Studienalltag zählt deshalb vor allem, wie du einen Termin planst und was danach mit der Rechnung passiert.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein schnellerer Termin als Privatpatient ist möglich, aber nicht zugesichert. Feste Wartezeiten lassen sich nicht nennen.
  • Privat Versicherte rechnen nach der GOÄ ab. Du zahlst die Rechnung zuerst selbst und reichst sie beim Versicherer ein.
  • Gesetzlich Versicherte können die Terminservicestelle unter 116117 nutzen: Ein Facharzttermin soll innerhalb einer Woche angeboten werden, die Wartezeit darf höchstens vier Wochen betragen.
  • Wer sich zu Studienbeginn von der Versicherungspflicht befreien lässt, kann die Befreiung nicht widerrufen. Termine allein sind deshalb kein guter Grund für den Wechsel.

Warum bekommen Privatpatienten oft schneller Termine?

Privatpatienten rechnen Praxen nach der GOÄ ab. Der Einfachsatz ergibt sich aus Punktzahl mal Punktwert von 5,82873 Cent, darauf wird ein Steigerungsfaktor angewendet. Der Schwellenwert liegt bei persönlichen ärztlichen Leistungen bei 2,3, der Höchstsatz bei 3,5. Das gibt Praxen Spielraum bei der Honorierung, und genau das gilt als Grund dafür, dass manche Praxen Privatpatienten kurzfristiger einplanen.

Belegen lässt sich das für einzelne Praxen nicht. Manche Praxen vergeben Termine strikt in der Reihenfolge der Anfragen, andere halten Kontingente frei. Rechne deshalb nicht damit, dass dein Versichertenstatus allein einen Termin sichert.

Wie lange ist die Wartezeit als Privatpatient beim Facharzt?

Eine feste Zahl gibt es nicht. Die Wartezeit auf einen Facharzttermin unterscheidet sich je nach Fachrichtung, Praxis und Wohnort. In Städten mit vielen Praxen ist die Auswahl meist größer als auf dem Land, gefragte Fachrichtungen sind häufig länger ausgebucht.

Die Terminservicestelle, die eine Frist vorsieht, richtet sich an gesetzlich Versicherte. Als Privatpatient fragst du am besten selbst mehrere Praxen an und bleibst bei Zeit und Ort flexibel.

Was gilt für gesetzlich Versicherte? Die Terminservicestelle 116117

Zum fairen Vergleich gehört das Angebot für gesetzlich Versicherte. Die Terminservicestelle ist unter 116117 rund um die Uhr per Telefon, online oder App erreichbar. Sie soll einen Facharzttermin innerhalb einer Woche anbieten, die Wartezeit darf höchstens vier Wochen betragen. Bei Akutbehandlung in der Psychotherapie liegt die Grenze bei zwei Wochen.

FrageTerminservicestelle 116117
Wer kann sie nutzen?Gesetzlich Versicherte
AngebotFacharzttermin innerhalb einer Woche
WartezeitHöchstens vier Wochen
Psychotherapie, AkutbehandlungHöchstens zwei Wochen
ÜberweisungNötig, außer bei Augen- und Frauenärzten sowie Haus- und Kinderärzten
Wahl der PraxisKein Anspruch auf einen bestimmten Arzt

Das Bundesgesundheitsministerium erklärt das Angebot in einem Flyer. Gesetzlich Versicherte haben damit einen festen Weg zum Facharzttermin, einen Anspruch auf eine bestimmte Praxis gibt es allerdings nicht.

Wie läuft ein Arztbesuch als Privatpatient ab?

Der Ablauf beim Arztbesuch unterscheidet sich vor allem bei der Bezahlung. Du vereinbarst den Termin selbst, gibst bei der Anmeldung an, dass du privat versichert bist, und bekommst die Rechnung im Anschluss. Das Kostenerstattungsprinzip bedeutet: Du zahlst und holst dir das Geld vom Versicherer zurück.

  1. Termin vereinbaren, per Telefon, online oder über das Praxisportal.
  2. Bei der Anmeldung den privaten Versicherungsstatus nennen. Ob dein Tarif besondere Vorgaben macht, steht in den Bedingungen.
  3. Rechnung bezahlen, Kopie oder Foto aufbewahren.
  4. Rechnungen bei der PKV einreichen, per App, Portal oder Post.
  5. Leistungsabrechnung prüfen und bei Kürzungen nachfragen.

Viele Versicherer unterstützen dich mit PKV-Apps, die das Einreichen und den Status der Erstattung anzeigen. Bei stationärer Behandlung ist die Direktabrechnung zwischen Krankenhaus und Versicherer die Regel, mehr dazu steht im Beitrag zum Krankenhausaufenthalt in der PKV.

Wie komme ich als Privatpatient schneller an einen Termin?

Du kannst die Chancen verbessern, ohne dich auf den Status zu verlassen. Diese Schritte helfen bei der Suche:

  • Mehrere Praxen anrufen oder online anfragen und nach einer Warteliste für kurzfristige Absagen fragen.
  • Bei Zeit und Ort flexibel bleiben, etwa frühmorgens oder in Nachbarstadtteilen.
  • Dein Anliegen kurz schildern. Bei akuten Beschwerden sagst du das gleich bei der Anmeldung.
  • Unterlagen bereithalten, zum Beispiel Befunde und deine Versicherungsdaten.
  • Termine für Vorsorge und Kontrollen früh planen, nicht erst bei Beschwerden.

Was bedeutet die freie Arztwahl als Privatpatient im Studium?

Privat Versicherte suchen sich ihre Praxis in der Regel selbst aus. Wie weit der Leistungsumfang reicht, hängt von deinem Tarif ab. Einen Überblick liefert der Beitrag die Leistungen der PKV im Überblick.

Auch Hilfsmittel, Therapien und Zahnbehandlungen sind im Tarif unterschiedlich geregelt, zum Beispiel bei offenem und geschlossenem Hilfsmittelkatalog. Lies die Bedingungen, bevor du eine teure Behandlung beginnst.

Lohnt sich die PKV im Studium nur wegen schnellerer Termine?

Nein, denn die Entscheidung gilt für lange Zeit. Wer sich zu Studienbeginn von der Versicherungspflicht befreien lässt, bleibt in der Regel für das gesamte Studium privat versichert. Die Befreiung ist unwiderruflich, ein Wechsel in die GKV ist normalerweise erst nach Studienende möglich, zum Beispiel durch eine versicherungspflichtige Beschäftigung.

AspektWas du bedenken solltest
BefreiungAntrag innerhalb von drei Monaten nach Beginn der Versicherungspflicht, nicht widerrufbar
GesundheitsfragenDer Antrag enthält Gesundheitsfragen, die wahrheitsgemäß zu beantworten sind
Rückkehr in die GKVGrundsätzlich schwer, ab 55 in der Regel ausgeschlossen
BeiträgeKönnen im Laufe der Zeit steigen

Wer die Frage ernsthaft prüft, findet im Beitrag der Weg in die private Krankenversicherung Ablauf, Antrag und Unterlagen.

Häufige Fragen

Warum bekommen Privatpatienten schneller Termine?

Praxen rechnen Privatpatienten nach der GOÄ ab, die Spielraum bei der Honorierung lässt. Das gilt als Grund dafür, dass manche Praxen Privatpatienten kurzfristiger einplanen. Ein Anspruch auf einen schnelleren Termin besteht nicht, und die Wartezeit unterscheidet sich je nach Praxis, Region und Fachrichtung.

Wie lange ist die Wartezeit auf einen Facharzttermin als Privatpatient?

Einen Durchschnittswert gibt es nicht, weil die Wartezeit je nach Fachrichtung und Region stark schwankt. Frage mehrere Praxen an, bleibe bei Zeit und Ort flexibel und nenne akute Beschwerden bei der Anmeldung. Die Frist-Regel der Terminservicestelle gilt für gesetzlich Versicherte.

Kann ich als Privatpatient direkt zum Facharzt?

Privat Versicherte wählen die Praxis in der Regel selbst. Ob dein Tarif besondere Vorgaben enthält, etwa zur Reihenfolge der Arztbesuche, steht in den Vertragsbedingungen. Bei Unsicherheit hilft eine Nachfrage beim Versicherer, bevor du einen Termin buchst.

Gibt es für gesetzlich Versicherte eine Hilfe bei der Terminsuche?

Ja, die Terminservicestelle unter 116117. Sie soll einen Facharzttermin innerhalb einer Woche anbieten, die Wartezeit darf höchstens vier Wochen betragen. Meist brauchst du dafür eine Überweisung. Ein Anspruch auf einen bestimmten Arzt besteht nicht.

So gehst du jetzt vor

  1. Prüfe, ob du die Entscheidung für die PKV nur wegen der Termine treffen würdest. Wenn ja, wäge sie noch einmal gegen die Folgen der Befreiung ab.
  2. Wenn du bereits privat versichert bist, frage mehrere Praxen an und halte Rechnungen und Belege geordnet.
  3. Reiche Rechnungen zeitnah beim Versicherer ein und prüfe die Abrechnung.
  4. Wenn du deine Situation durchsprechen willst, findest du auf der Startseite von Academycon den Weg zur Beratung.

Erfahrungen zu uns findest du bei ProvenExpert, Trustlocal und Trustindex. Erwähnt wurde Academycon unter anderem in einer Pressemitteilung bei Leinetal24. Eine Übersicht aller Erwähnungen steht auf der Presseseite.

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Stand: Oktober 2026. Dieser Beitrag informiert allgemein und ersetzt keine individuelle Beratung.

This guide is also available in English: Read the English version.

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