Bei der Musterung stellt die Bundeswehr fest, ob du für den Wehrdienst tauglich bist. Welche Untersuchungen dazugehören, beschreibt die Bundeswehr auf ihrer Musterungsseite, und das Wehrpflichtgesetz regelt in § 17, was du dulden musst und was nur mit deiner Zustimmung geschieht. Dieser Ratgeber ordnet beides für Männer ab Jahrgang 2008 ein.
Kurz beantwortet: Die ärztliche Begutachtung umfasst nach Angaben der Bundeswehr Gehör, Sehkraft, Blutdruck, allgemeine Belastbarkeit, Rücken und Gelenke. Dazu kommen Sehtest, Urintest, Körpergewicht, Körpergröße und Belastungsparameter sowie der CAT-Test am Computer. Das Verfahren ist meist innerhalb eines Tages zu schaffen. Stand der Bundeswehr-Seite: 10.03.2026, Stand dieses Ratgebers: November 2026.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Untersuchung auf geistige und körperliche Tauglichkeit ist nach § 17 WPflG Pflicht. Eine zweite Untersuchung durch eine andere Ärztin oder einen anderen Arzt kann angeordnet werden.
- Zum Verfahren gehören ärztliche Begutachtung, Messungen, der CAT-Test mit Gespräch und die Einplanung.
- Eingriffe, die einer Behandlung oder Operation gleichkommen, brauchen deine Zustimmung. Einfache Maßnahmen wie Blutentnahme oder Röntgen zählen nicht dazu.
- Das Ergebnis wird schriftlich mit Tauglichkeits- und Verwendungsgrad festgehalten, du erhältst eine Abschrift.
- Die Bundeswehr nennt keine Grenzwerte für einzelne Befunde. Aus Erfahrungsberichten solltest du sie nicht ableiten.
Welche Untersuchungen gehören zur Musterung?
Die Bundeswehr nennt die Bereiche der ärztlichen Begutachtung und die Messungen und Tests getrennt. Die folgende Übersicht zeigt, was sie ausdrücklich aufführt.
| Bereich | Was nach Angaben der Bundeswehr geprüft wird |
|---|---|
| Ärztliche Begutachtung | Gehör, Sehkraft, Blutdruck, allgemeine Belastbarkeit, Rücken und Gelenke |
| Messungen und Tests | Sehtest, Urintest, Körpergewicht, Körpergröße und Belastungsparameter |
| CAT-Test | Computertest zu Selbsteinschätzung, logischem Denken, Reaktionsfähigkeit und räumlichem Vorstellungsvermögen, danach ein persönliches Gespräch |
| Einplanung | Gespräch zu Eignung, Kompetenzen und Wünschen, danach Sicherheitsüberprüfung |
Der Ablauf des Tages mit Reihenfolge und Dauer steht im Artikel Musterung 2026: Ablauf, Dauer und was man mitbringen muss. Hier geht es um das Was der Untersuchungen und um deine Rechte dabei.
Was regelt das Gesetz zur ärztlichen Untersuchung?
§ 17 WPflG verpflichtet Wehrpflichtige zu einer eingehenden ärztlichen Untersuchung auf geistige und körperliche Tauglichkeit, bevor über die Tauglichkeit entschieden wird. Eine zweite Untersuchung durch einen anderen Arzt kann angeordnet werden. Die Untersuchung kann entfallen, wenn sich aus den eingereichten Angaben ergibt, dass der Dienst offensichtlich ausgeschlossen ist. Zu den Pflichten gehört außerdem, auf Verlangen Auskünfte zu erteilen und Unterlagen vorzulegen, und zwar auch schon vor der Musterung.
Die Wehrersatzbehörden führen die Musterung durch. Das sind das Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr und die Karrierecenter (§ 14 WPflG). Sie bereiten die Musterung auf Basis der Erfassung und der Bereitschaftserklärung vor, also des Fragebogens, den du zuvor beantwortet hast. Zum Fragebogen gibt es den Artikel Der Fragebogen ist Pflicht für Männer ab 18.
Was darf nur mit deiner Zustimmung geschehen?
Das Gesetz trennt einfache Maßnahmen von Eingriffen. Nach § 17 WPflG brauchen Eingriffe, die einer Behandlung oder Operation gleichkommen, deine Zustimmung. Einfache Maßnahmen wie die Entnahme von Blut aus Ohrläppchen, Fingerkuppe oder Vene sowie Röntgenaufnahmen gelten nicht als Behandlung. Die Untersuchung selbst ist Pflicht, die Zustimmung betrifft erst den Eingriff über die übliche Untersuchung hinaus.
Weigerst du dich, dich ärztlich untersuchen zu lassen, wird nach dem Gesetz nach Aktenlage entschieden. Das heißt, die Entscheidung fällt auf Grundlage der vorhandenen Unterlagen. Welche Folgen das für dich haben kann, behandelt der Artikel Musterung nicht wahrgenommen: Was bei Nichterscheinen passiert.
Was ist mit psychologischen Tests und dem CAT-Test?
§ 17 WPflG erlaubt Eignungsuntersuchungen, die auch wissenschaftlich fundierte psychologische Tests umfassen. Wer geladen wird, muss dazu erscheinen. Wird jemand für untauglich befunden, müssen die dabei erhobenen Daten unverzüglich gelöscht werden. Die Bundeswehr beschreibt den CAT-Test als Computertest, der Selbsteinschätzung, logisches Denken, Reaktionsfähigkeit und räumliches Vorstellungsvermögen erfasst. Anschließend folgt ein Gespräch. Ergebnisse oder Punktzahlen nennt die Seite nicht.
Welche Ergebnisse gibt es?
Das Ergebnis der Musterung wird nach § 17 WPflG schriftlich mit einem Tauglichkeits- und einem Verwendungsgrad festgehalten, und du erhältst eine Abschrift. Die Tauglichkeitsgrade nennt § 8a WPflG: Wehrdienstfähig, vorübergehend nicht wehrdienstfähig und nicht wehrdienstfähig. Beim Verwendungsgrad unterscheidet das Gesetz zwischen voll verwendungsfähig und eingeschränkt verwendungsfähig.
| Grad | Bedeutung nach WPflG |
|---|---|
| Wehrdienstfähig | Du kannst nach der Feststellung Wehrdienst leisten |
| Vorübergehend nicht wehrdienstfähig | Der Dienst ist derzeit nicht möglich, die Lage kann sich ändern |
| Nicht wehrdienstfähig | Du kommst für den Dienst nicht in Betracht |
| Voll verwendungsfähig / mit Einschränkungen | Einsatzmöglichkeiten nach dem Ergebnis der Untersuchung |
Die Bundeswehr teilt das Ergebnis nach ihrer Seite am Ende des Musterungstages mit und bietet dabei eine Beratung an. Die Seite nennt keine Zahlenwerte und keine Schwellen, ab denen ein Befund zu einem bestimmten Grad führt.
Was bedeutet das für Studierende?
Für den Studienalltag zählt vor allem der Zeitpunkt der Untersuchung und die Dauer. Die Bundeswehr gibt an, dass das Verfahren meist innerhalb eines Tages zu schaffen ist. Plane den Termin deshalb wie einen ganztägigen Pflichttermin ein und lege Prüfungen nicht auf denselben Tag. Eine Zurückstellung wegen des Studiums ist ein eigenes Verfahren, das der Artikel Zurückstellung vom Wehrdienst wegen Studium beantragen beschreibt. Das Studium verschiebt die Pflicht zur Musterung nicht von selbst.
Wenn du eine Vorerkrankung hast oder dauerhaft Medikamente nimmst, bringst du die Unterlagen mit, die in der Ladung genannt sind (§ 17 Abs. 3 WPflG). Was darüber hinaus sinnvoll ist, klärst du schriftlich mit dem Karrierecenter, das dich geladen hat.
Häufige Fragen
Wird bei der Musterung Blut abgenommen?
Die Bundeswehr nennt auf ihrer Seite einen Urintest, aber keine Blutuntersuchung. Das Gesetz stellt klar, dass Blutentnahmen aus Ohrläppchen, Fingerkuppe oder Vene einfache Maßnahmen sind und keine Zustimmung wie bei einer Behandlung verlangen.
Kann ich die Untersuchung verweigern?
Die Untersuchung ist nach § 17 WPflG Pflicht. Verweigerst du sie, wird nach Aktenlage entschieden. Für Eingriffe, die einer Behandlung oder Operation gleichkommen, ist deine Zustimmung nötig.
Was passiert mit meinen Daten, wenn ich untauglich bin?
Nach § 17 WPflG müssen die bei der Eignungsuntersuchung erhobenen Daten unverzüglich gelöscht werden, wenn du für ungeeignet befunden wirst. Für Fragen zum Umgang mit deinen übrigen Gesundheitsdaten ist das Karrierecenter die richtige Stelle, das die Ladung verschickt hat. Eine Auskunft nach Datenschutzrecht kannst du dort schriftlich verlangen.
Muss ich zu einem Sporttest?
Nach der Bundeswehr-Seite gilt der Sporttest nur für das Assessment der Offizierlaufbahnen und findet in Köln statt. Für die allgemeine Musterung nennt sie ihn nicht.
So gehst du jetzt vor
- Prüfe die Ladung auf Termin, Ort und die genannten Unterlagen.
- Stelle Befunde und Arztbriefe zu chronischen Erkrankungen zusammen, soweit sie in der Ladung verlangt werden.
- Plane den ganzen Tag ein und vermeide Prüfungen am Musterungstag.
- Lass dir das Ergebnis mit Tauglichkeits- und Verwendungsgrad schriftlich geben.
- Kläre bei Fragen oder Zweifeln am Ergebnis den Weiterweg mit dem Karrierecenter.
Passend dazu
- Wehrdienst und Studium 2026: Der Überblick für Männer und Frauen
- Musterung 2026: Ablauf, Dauer und was man mitbringen muss
- Musterung ab Jahrgang 2008: Wer muss hin und wer nicht
- Musterungsbescheid erhalten: Was jetzt zu tun ist
- Musterung nicht wahrgenommen: Was bei Nichterscheinen passiert
Quellen: Bundeswehr: Assessment und Musterung (Stand der Seite: 10.03.2026), Wehrpflichtgesetz (WPflG), § 8a, § 14, § 17, gesetze-im-internet.de, Bundeswehr: Fragebogen zum neuen Wehrdienst (Stand der Seite: 19.12.2025).
Stand: November 2026. Dieser Ratgeber ist allgemeine Information und keine individuelle Beratung.