Das Rigorosum ist eine mündliche Prüfung am Ende einer Promotion. Es prüft nicht nur deine Dissertation, sondern auch dein Wissen in angrenzenden Fächern. Ob du es ablegst, hängt davon ab, welche Form deine Fakultät anbietet und welche du bei der Zulassung wählst.
Kurz beantwortet: Das Rigorosum ist eine mündliche Prüfung über zwei oder drei Fachgebiete. An der Universität Göttingen dauert es rund 120 Minuten, das Fach der Dissertation wird etwa 60 Minuten geprüft. Du wählst es bei der Zulassung, wenn die Fakultät es anbietet (Stand: Oktober 2026).
Das Wichtigste in Kürze
- Das Rigorosum ist eine mündliche Prüfung über zwei oder drei Fachgebiete.
- Das Fach der Dissertation bildet das Hauptfach, die weiteren Fächer kommen dazu.
- In Göttingen dauert es rund 120 Minuten.
- Es prüft fachübergreifende Bildung und Urteilsfähigkeit, nicht nur die Arbeit selbst.
- Die Note entsteht als gewichtetes Mittel der geprüften Fächer.
Wie ist ein Rigorosum aufgebaut?
Das Fach, in dem du promovierst, wird als Hauptfach geprüft. Dazu kommt entweder ein zweites Hauptfach oder zwei Nebenfächer. Die Gesamtdauer liegt bei etwa zwei Stunden. Die Aufteilung zeigt diese Übersicht nach den Angaben der Universität Göttingen.
| Teil | Dauer (ca.) | Hinweis |
|---|---|---|
| Hauptfach (Fach der Dissertation) | 60 Minuten | Immer Bestandteil |
| Zweites Hauptfach | 60 Minuten | Eine von zwei Varianten |
| Zwei Nebenfächer | je 30 Minuten | Alternative zum zweiten Hauptfach |
| Gesamt | rund 120 Minuten | Universität Göttingen, Stand Oktober 2026 |
Wer nimmt das Rigorosum ab?
Die Prüfungskommission nimmt die Prüfung ab. Mindestens zwei Drittel der Kommissionsmitglieder müssen anwesend sein. Beim Rigorosum sind außerdem mindestens drei Personen dabei, darunter je ein Prüfungsberechtigter jedes gewählten Fachgebiets.
Wie wird das Rigorosum bewertet?
Die Note ergibt sich aus dem gewichteten Mittel der geprüften Fächer. Die Notenstufen lauten summa cum laude, magna cum laude, cum laude und rite. Reicht die Leistung nicht aus, lautet das Ergebnis non rite. Die Prüfung kann dann einmal innerhalb eines Jahres wiederholt werden, frühestens nach sechs Monaten.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zur Disputation?
Die Disputation konzentriert sich auf deine Dissertation. Du hältst dort ein Referat von höchstens 20 Minuten und beantwortest Fragen zu deinem Forschungsfeld. Das Rigorosum prüft dagegen mehrere Fächer. In Göttingen wählst du zwischen beiden Formen.
In welcher Sprache wird das Rigorosum geprüft?
In Göttingen ist Deutsch oder Englisch vorgesehen. Andere Sprachen sind je nach Fachgebiet mit Genehmigung der Promotionskommission möglich, etwa Französisch, Italienisch, Portugiesisch oder Spanisch in bestimmten Fächern.
Was passiert, wenn ich das Rigorosum nicht bestehe?
Dann lautet die Bewertung non rite. Eine Wiederholung ist einmal innerhalb eines Jahres möglich, frühestens nach sechs Monaten. Kläre die Fristen früh mit dem Promotionsbüro, damit du den Termin planen kannst.
Wann gilt die Promotion als abgeschlossen?
Mit der bestandenen mündlichen Prüfung. Der Tag der Prüfung gilt als Promotionsdatum. Vollzogen ist die Promotion mit der Überreichung der Doktorurkunde, und den Titel darfst du erst dann führen.
Passend dazu
- Glossar: Doktorand einfach erklärt
- Glossar: Dissertation einfach erklärt
- Promotion in Deutschland: Wege, Dauer, Finanzierung und Doktortitel
- Doktortitel Abkürzungen: Dr. rer. nat. bis Dr. h. c. erklärt
- Promotion finanzieren: Stelle, Stipendium oder Eigenmittel im Vergleich
Quellen: Universität Göttingen, Promotionsverfahren: Die mündliche Prüfung (abgerufen am 27. Oktober 2026, Seite ohne Datumsangabe, Angaben beruhen auf der dort genannten Promotionsordnung).
Stand: Oktober 2026. Dieser Ratgeber ist allgemeine Information und keine individuelle Beratung.