Studium Begriffe erklärt: Immatrikulation, Modul, ECTS, SWS, Vorlesung und Seminar gehören zu den Wörtern, die dir in den ersten Wochen ständig begegnen. Dieses Uni-Vokabular erklärt sie in einfachen Worten, sortiert nach Themen. So findest du schnell, was ein Begriff bedeutet und wo du dazu mehr erfährst.
Das Wichtigste in Kürze
- Mit der Immatrikulation wirst du Mitglied deiner Hochschule. Danach bekommst du eine Matrikelnummer.
- Ein Modul bündelt Lehrveranstaltungen zu einem Thema. Für jedes Modul gibt es Leistungspunkte (ECTS).
- SWS zeigt, wie viele Stunden pro Woche eine Veranstaltung im Semester stattfindet.
- Vorlesung, Seminar und Übung unterscheiden sich vor allem darin, wie stark du selbst mitarbeitest.
- Verbindlich sind für dich die Studienordnung, die Prüfungsordnung und das Modulhandbuch deines Studiengangs.
Einschreibung und Organisation
Was ist die Immatrikulation?
Die Immatrikulation ist die Einschreibung an der Hochschule. Erst damit bist du offiziell Studentin oder Student, kannst Veranstaltungen belegen und Prüfungen ablegen. Das Gegenstück ist die Exmatrikulation, also die Abmeldung, etwa nach dem Abschluss oder beim Studienabbruch. Welche Unterlagen und Fristen für die Einschreibung gelten, steht bei deiner Hochschule. Eine Übersicht der Aufgaben vor dem Start findest du in der Checkliste zum Studienbeginn.
Was ist die Matrikelnummer?
Die Matrikelnummer ist deine persönliche Kennung an der Hochschule. Du bekommst sie bei der Immatrikulation und brauchst sie für Prüfungsanmeldungen, Online-Portale und oft auch für die Bibliothek.
Was ist die Immatrikulationsbescheinigung?
Die Immatrikulationsbescheinigung, an manchen Hochschulen Studienbescheinigung genannt, belegt, dass du eingeschrieben bist. Du brauchst sie zum Beispiel für die Studienstarthilfe, einen Bildungskredit und als Nachweis fürs Kindergeld. Auch für die Rentenversicherung dient sie als Nachweis über deine Studienzeiten. In der Regel lädst du sie im Portal deiner Hochschule herunter.
Was sind Studienordnung, Prüfungsordnung und Modulhandbuch?
Die Studienordnung beschreibt Aufbau und Inhalte deines Studiengangs. Die Prüfungsordnung regelt, wie Prüfungen ablaufen, welche Fristen gelten und wie oft du eine Prüfung wiederholen darfst. Das Modulhandbuch listet jedes Modul mit Inhalten, Leistungspunkten und Prüfungsform. Wer diese drei Dokumente kennt, beantwortet viele Fragen selbst. Wie du Termine und Aufgaben darum herum planst, zeigt der Ratgeber zum Thema das Studium gut organisieren.
Was bedeutet Regelstudienzeit?
Die Regelstudienzeit ist die Zahl der Semester, in der du dein Studium laut Prüfungsordnung abschließen kannst. Sie ist ein Richtwert für die Planung und ein Bezugspunkt für Förderungen. Beim BAföG heißt der zugehörige Begriff Förderungshöchstdauer.
Was ist die vorlesungsfreie Zeit?
Die vorlesungsfreie Zeit liegt zwischen zwei Vorlesungszeiten. Frei hast du dann nur bedingt: In diesen Wochen finden häufig Klausuren statt, außerdem Praktika, Hausarbeiten und Abschlussarbeiten.
Lehrveranstaltungen
Was ist der Unterschied zwischen Vorlesung und Seminar?
In einer Vorlesung trägt eine Dozentin oder ein Dozent den Stoff vor, meist vor vielen Studierenden. Du hörst zu, schreibst mit und stellst bei Bedarf Fragen. Ein Seminar ist kleiner und lebt von deiner Beteiligung: Du hältst ein Referat, diskutierst Texte oder gibst Ausarbeitungen ab. Die Übung ergänzt die Vorlesung, indem ihr Aufgaben gemeinsam löst. Ein Tutorium wird meist von Studierenden höherer Semester geleitet und hilft beim Nacharbeiten. Praktika und Labore bringen den Stoff in die Anwendung.
Ob du anwesend sein musst, hängt von der Veranstaltungsart und deiner Prüfungsordnung ab. Weitere Hinweise für den Start gibt der Ratgeber über die ersten Wochen im Studium.
Was bedeutet c.t. und s.t.?
Hinter einer Uhrzeit steht manchmal c.t. (cum tempore) oder s.t. (sine tempore). Bei c.t. beginnt die Veranstaltung erst nach dem akademischen Viertel, also eine Viertelstunde später. Bei s.t. geht es pünktlich los. Steht nichts dabei, frag im Zweifel nach oder lies den Veranstaltungskommentar.
Was bedeutet SWS?
SWS steht für Semesterwochenstunden. Die Zahl gibt an, wie viele Unterrichtsstunden eine Veranstaltung pro Woche in der Vorlesungszeit umfasst. Eine Veranstaltung mit 2 SWS findet also zweimal pro Woche eine Unterrichtsstunde lang statt oder einmal pro Woche als Doppelstunde. Die SWS sagen nichts über den gesamten Arbeitsaufwand, denn Vor- und Nachbereitung kommen hinzu. Dafür sind die Leistungspunkte da.
Module und Leistungspunkte
Was ist ein Modul im Studium?
Ein Modul ist ein abgeschlossener Baustein deines Studiengangs. Es fasst Lehrveranstaltungen zu einem Thema zusammen, zum Beispiel eine Vorlesung mit passender Übung, und endet in der Regel mit einer Prüfung. Das Modulhandbuch zeigt dir, welche Module Pflicht sind und welche du wählen kannst.
Was bedeutet ECTS?
ECTS steht für European Credit Transfer System. Die Leistungspunkte, auch Credit Points genannt, messen den Arbeitsaufwand für ein Modul, also Veranstaltung, Selbststudium und Prüfungsvorbereitung. Hast du ein Modul bestanden, bekommst du die Punkte gutgeschrieben. Die Gesamtzahl für deinen Abschluss und für ein einzelnes Modul legt die Prüfungsordnung fest. Da das System europaweit gilt, erleichtert es den Wechsel der Hochschule und den Auslandsaufenthalt.
Prüfungen und Abschluss
Welche Prüfungsformen gibt es?
Typisch sind Klausuren, mündliche Prüfungen, Hausarbeiten, Referate und Projekte. Welche Form zu einem Modul gehört, steht im Modulhandbuch. Zur Vorbereitung hilft es, früh mit dem Lernen zu beginnen und gut zu planen. Auch das Thema sich besser konzentrieren zahlt sich in der Prüfungsphase aus.
Was ist ein Kolloquium?
Ein Kolloquium ist ein Prüfungsgespräch. Du begegnest ihm meist am Ende der Bachelorarbeit oder Masterarbeit: Dort stellst du dein Thema vor und beantwortest Fragen der Prüfenden. In manchen Studiengängen gibt es Kolloquien auch als Forschungsseminar, in dem Abschlussarbeiten vorgestellt werden.
Was ist das Prüfungsamt?
Das Prüfungsamt verwaltet deine Prüfungsleistungen. Dort meldest du dich an oder ab, klärst Fristen und erhältst deine Zeugnisse. Bei besonderen Umständen wie einer Erkrankung wendest du dich ebenfalls dorthin.
Geld im Studium
Was ist BAföG?
BAföG steht für Bundesausbildungsförderungsgesetz. Die staatliche Förderung bekommst du zur Hälfte als Zuschuss und zur Hälfte als zinsloses Darlehen. Zurückzahlen musst du höchstens 10.010 Euro. Ob und in welcher Höhe du Anspruch hast, entscheidet das BAföG-Amt nach deinem Antrag.
Was ist der Semesterbeitrag?
Den Semesterbeitrag zahlst du jedes Semester an die Hochschule. Er setzt sich aus Beiträgen für die Studierendenschaft, das Studierendenwerk und gegebenenfalls das Semesterticket zusammen und ist an jeder Hochschule anders. Mit Studiengebühren hat er nichts zu tun. Einige Länder erheben zusätzlich Einschreibe-, Verwaltungs- oder Rückmeldegebühren. Eine Übersicht liefert das Studierendenwerk zu den Kosten des Studiums.
Was ist das Semesterticket?
Das Semesterticket ist ein Fahrausweis für den öffentlichen Nahverkehr, den Studierende über den Semesterbeitrag erwerben. Wo ein Deutschland-Semesterticket angeboten wird, kostet es 2026 monatlich 37,80 Euro, das sind 226,80 Euro pro Semester. Für 2027 sind 40,08 Euro pro Monat beschlossen. Was bei dir im Beitrag enthalten ist, zeigt die Beitragsordnung deiner Hochschule.
Hochschulleben
Wer sind Kommilitonen?
Kommilitonen sind deine Mitstudierenden, also die Leute, mit denen du im Hörsaal sitzt, in Gruppen arbeitest und für Klausuren lernst.
Was macht die Fachschaft?
Die Fachschaft ist die Vertretung der Studierenden eines Fachs. Sie organisiert oft die Orientierungswoche, hilft bei Fragen zum Studienaufbau und kennt Dozierende und Abläufe. Meist engagieren sich Studierende höherer Semester ehrenamtlich.
Was ist der AStA?
Der Allgemeine Studierendenausschuss, kurz AStA, vertritt die Studierenden einer Hochschule. Er bietet je nach Standort Beratung, Kulturangebote und Unterstützung bei Problemen. Der Name der Vertretung unterscheidet sich je nach Bundesland, mancherorts heißt sie Studierendenparlament oder Studierendenrat.
Was ist das Audimax?
Audimax ist die Kurzform von Auditorium Maximum und bezeichnet den größten Hörsaal einer Hochschule. Dort finden große Vorlesungen und Veranstaltungen statt. Zum Essen und Treffen gehst du eher in die Mensa.
Neben all den Begriffen gehört auch das Wohlbefinden zum Studium. Wie du bei Druck und Stress stabil bleibst, steht im Ratgeber Mental Health im Studium.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen SWS und ECTS?
SWS misst die Unterrichtszeit pro Woche. ECTS misst den gesamten Arbeitsaufwand für ein Modul, also auch Selbststudium und Prüfungsvorbereitung. Beide Angaben stehen im Modulhandbuch.
Wo finde ich verbindliche Definitionen der Begriffe?
Verbindlich sind die Studienordnung, die Prüfungsordnung und das Modulhandbuch deines Studiengangs. Einzelne Begriffe und Abläufe unterscheiden sich von Hochschule zu Hochschule. Bei Unklarheiten helfen Studienberatung und Fachschaft.
Muss ich mich jedes Semester neu anmelden?
Die Immatrikulation gilt für dein Studium. Für jedes weitere Semester musst du dich in der Regel zurückmelden, meist indem du den Semesterbeitrag zahlst. Fristen und Ablauf nennt deine Hochschule.
So gehst du jetzt vor
- Lies Studienordnung, Prüfungsordnung und Modulhandbuch deines Studiengangs einmal durch und markiere offene Fragen.
- Lade deine Immatrikulationsbescheinigung herunter und lege sie digital ab.
- Trage die Prüfungsformen und Leistungspunkte deiner Module in deinen Semesterplan ein.
- Frag bei Fachschaft oder Studienberatung nach, wenn ein Begriff an deiner Hochschule anders verwendet wird.
Passend dazu
- Erstsemester Tipps: So gelingt dir der Uni-Start
- Studienbeginn Checkliste
- Studium effizient organisieren
- Konzentration im Studium verbessern
- Mental Health im Studium
- Glossar Krankenversicherung im Studium: Begriffe von A bis Z
Stand: Oktober 2026. Dieser Beitrag informiert allgemein und ersetzt keine individuelle Beratung.
This guide is also available in English: Read the English version.