More info

Vermögensaufbau im Studium: So startest du mit kleinen Beträgen

So baust du im Studium Schritt für Schritt Vermögen auf. Erst Überblick und Notgroschen, dann Absicherung und ein Sparplan, den du jederzeit anpassen kannst.
Symbolbild: Vermögensaufbau im Studium

Inhalt

Vermögensaufbau im Studium funktioniert in fünf Schritten: Überblick über dein Budget, ein Notgroschen, die wichtigste Absicherung, ein kleiner Sparplan und regelmäßiges Nachjustieren. Für den Start reicht ein Betrag im zweistelligen Euro-Bereich, denn Regelmäßigkeit und Zeit zählen mehr als die Höhe der Rate. Wer 50 € im Monat fünf Jahre lang zurücklegt, hat 3.000 € eingezahlt. Wie sich dieses Geld an der Börse entwickelt, lässt sich nicht vorhersagen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die sinnvolle Reihenfolge lautet: Budget klären, Notgroschen aufbauen, Absicherung prüfen, danach einen Sparplan starten.
  • Als erste Etappe für den Notgroschen eignen sich die Kosten eines Monats. Im Beispiel unten sind das rund 854 €.
  • Wer BAföG bezieht, darf bis zum Alter von 29 Jahren 15.000 € Vermögen haben. Das Vermögen der Eltern zählt nicht.
  • Kurse schwanken. Ein Sparplan an der Börse bietet weder Garantie noch feste Rendite, die Rate lässt sich aber anpassen.
  • Viele Fixkosten sind kleiner als gedacht. Das Deutschland-Semesterticket kostet 2026 monatlich 37,80 €, das reguläre Deutschlandticket 63 €.

In welcher Reihenfolge baust du im Studium Vermögen auf?

Zuerst kommt der Überblick, am Ende der Sparplan. Wer sofort in Wertpapiere investiert und keine Rücklage hat, muss beim nächsten defekten Laptop womöglich Anteile verkaufen, vielleicht gerade bei niedrigen Kursen. Die folgende Reihenfolge verhindert das.

StufeAufgabeErledigt, wenn
1Budget klärenDu kennst deine Einnahmen und weißt, was ein Monat kostet.
2Teure Schulden vermeidenKeine offenen Ratenkäufe oder überzogenen Konten.
3Notgroschen anlegenEine Rücklage für Unvorhergesehenes liegt auf einem eigenen Konto.
4Absicherung prüfenKrankenversicherung und Haftpflicht sind geklärt.
5Sparplan startenEine feste Rate läuft automatisch, die du dauerhaft durchhältst.

Bevor du Beträge festlegst, hilft ein konkretes Ziel, zum Beispiel ein Auslandssemester oder die Mietkaution nach dem Studium. Ideen dafür findest du im Beitrag zu finanziellen Zielen im Studium.

Wie viel Geld bleibt dir zum Sparen übrig?

Das zeigt nur ein ehrlicher Blick auf die festen Kosten. Dazu gehört die Miete: Eine WG-Zimmermiete liegt laut Hochschulstädte-Scoring 2026 im Bundesschnitt bei 510 € im Monat, in München bei 850 €. In 76 von 90 untersuchten Hochschulstädten liegt sie über der BAföG-Wohnkostenpauschale von 380 € (Studierendenwerke).

Weitere Posten werden gern vergessen. Die studentische Krankenversicherung kostet Kinderlose ab 23 Jahren inklusive Pflegeversicherung rund 148 €, wenn die Krankenkasse den durchschnittlichen Zusatzbeitrag von 2,9 % erhebt. Der Rundfunkbeitrag beträgt 18,36 € im Monat. Dazu kommt gegebenenfalls das Semesterticket.

Beispiel: Jonas, 23, studiert im Bachelor und ist in der studentischen Krankenversicherung. Annahme: Er hat 1.000 € im Monat zur Verfügung, aus Unterhalt und Nebenjob zusammen. Die Miete inklusive Nebenkosten und die Ausgaben für Lebensmittel und Alltag sind eigene Annahmen.

PostenBetrag pro Monat
Einnahmen1.000,00 €
Miete inklusive Nebenkosten (Annahme)400,00 €
Kranken- und Pflegeversicherung (Durchschnittszusatzbeitrag 2,9 %)148,09 €
Deutschland-Semesterticket37,80 €
Rundfunkbeitrag18,36 €
Lebensmittel und Alltag (Annahme)250,00 €
Verbleibend145,75 €

Jonas gibt 854,25 € im Monat für Fixkosten und Alltag aus. Von den übrigen 145,75 € legt er 100 € zurück, die restlichen 45,75 € bleiben für Freizeit und Überraschungen. Wie du die Kosten selbst senkst, steht im Ratgeber zum Thema Haushaltskosten senken.

Wie hoch sollte dein Notgroschen im Studium sein?

Eine feste Faustformel gibt es nicht. Ein sinnvoller erster Zielwert sind die Fixkosten und der Alltagsbedarf eines Monats, bei Jonas also 854,25 €. Mit 100 € Monatsrate ist das nach neun Monaten erreicht. Danach kannst du die Rücklage bei Bedarf weiter ausbauen.

Das Geld gehört auf ein eigenes Konto, das du jederzeit erreichst und das nicht an Kursschwankungen hängt. Typische Fälle für den Notgroschen sind ein kaputtes Notebook, eine Nebenkostennachzahlung oder eine Reise zur mündlichen Prüfung. Ohne Rücklage landen solche Ausgaben schnell auf Raten oder im Dispo. Wie du Fallen dieser Art umgehst, zeigt der Beitrag Schulden im Studium vermeiden.

Welche Absicherung brauchst du, bevor du investierst?

Drei Bereiche solltest du vor dem Sparplan geklärt haben.

Krankenversicherung

Bis 25 Jahre sind Studierende meist über die Eltern familienversichert, solange ihr Gesamteinkommen 565 € im Monat nicht übersteigt (bei einem reinen Minijob 603 €). Wer älter ist oder mehr verdient, ist in der Regel in der studentischen Krankenversicherung. Wer sich im ersten Studium von der Versicherungspflicht befreien lässt, um in die private Krankenversicherung zu wechseln, muss den Antrag innerhalb von drei Monaten nach Studienbeginn stellen. Die Entscheidung gilt für das gesamte Studium und ist unwiderruflich.

Privathaftpflicht

Kinder sind in der Haftpflichtversicherung der Eltern oft beitragsfrei mitversichert, solange sie unverheiratet sind und eine Erstausbildung oder ein Erststudium absolvieren. Die genauen Bedingungen hängen vom Tarif ab. Frag deshalb bei den Eltern nach dem Vertrag. Einige Anbieter begrenzen den Schutz auf ein bestimmtes Alter.

Berufsunfähigkeit

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung lässt sich schon im Studium abschließen. Der Beitrag hängt von Alter, Gesundheitszustand und Berufswahl ab. Beantworte alle Antragsfragen vollständig. Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente setzt 5 Jahre Wartezeit und 3 Jahre Pflichtbeiträge in den letzten 5 Jahren vor Eintritt der Erwerbsminderung voraus (Quelle: Deutsche Rentenversicherung).

Wie wirkt sich Vermögen auf dein BAföG aus?

Wer BAföG bekommt, sollte den Vermögensfreibetrag kennen. Er liegt bei 15.000 € bis zum Alter von 29 Jahren und bei 45.000 € ab 30 Jahren. Das Vermögen deiner Eltern zählt nicht (FAQ BAföG der Studierendenwerke). Liegt dein Vermögen darüber, prüft das BAföG-Amt, wie viel angerechnet wird.

Auch beim Nebenjob lohnt der Blick auf die Grenze: Eigenes Einkommen bis 603 € brutto im Monat bleibt ohne Folgen für das BAföG. Wer mehr verdient, bekommt anteilig weniger Förderung.

Wie startest du mit einem Sparplan als Student?

Ein Sparplan investiert in festen Abständen einen festen Betrag. Häufig wird dafür ein ETF gewählt, ein börsengehandelter Indexfonds, der in viele Unternehmen zugleich investiert und so das Risiko streut. Das Verlustrisiko bleibt trotzdem bestehen: Kurse schwanken, und der Wert deiner Anteile kann unter die eingezahlte Summe fallen. Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Eine ausführliche Anleitung findest du im Ratgeber zum ETF-Sparplan im Studium.

  1. Rate festlegen: Wähle einen Betrag, den du auch in einem knappen Monat zahlen kannst.
  2. Anbieter vergleichen: Achte auf Depotkosten, Gebühren pro Sparplanausführung und die Auswahl an Sparplänen.
  3. Anlage auswählen: Breit gestreute Produkte verteilen das Risiko auf viele Unternehmen. Prüfe die laufenden Kosten und die Anlagestrategie.
  4. Freistellungsauftrag erteilen: Damit bleiben Kapitalerträge bis zu einem Freibetrag steuerfrei. Die aktuelle Höhe nennt dein Anbieter.
  5. Dranbleiben: Wird das Geld knapp, pausiere zuerst die Rate. Das Verkaufen von Anteilen ist der zweite Schritt.

Mit 100 € im Monat sind nach fünf Jahren 6.000 € eingezahlt. Was daraus wird, hängt vom Kursverlauf ab. Weitere Möglichkeiten zum Anlegen stellt der Beitrag Geld anlegen im Studium vor.

Wo kannst du im Studium Geld sparen?

Bevor du mehr verdienst, lohnt der Blick auf das, was du ohnehin ausgibst.

  • Semesterticket: Das Deutschland-Semesterticket kostet 2026 monatlich 37,80 € (226,80 € pro Semester), das reguläre Deutschlandticket 63 €. Wo es angeboten wird, sparst du 25,20 € im Monat, also 302,40 € im Jahr.
  • Rundfunkbeitrag: Wer BAföG bezieht und nicht bei den Eltern wohnt, kann sich auf Antrag befreien lassen. Bei 18,36 € im Monat sind das 220,32 € im Jahr.
  • Studienstarthilfe: 1.000 € einmaliger Zuschuss für Studienanfänger unter 25 Jahren, wenn die Person oder der Haushalt im Monat vor Studienbeginn bestimmte Sozialleistungen bezieht. Der Antrag läuft digital über BAföG Digital, die Frist endet kurz nach Semesterstart (Studierendenwerke).
  • Deutschlandstipendium: 300 € im Monat, vergeben von der Hochschule nach Leistung und Engagement. Die Fristen legt jede Hochschule selbst fest.

Häufige Fragen

Wie viel sollte ich als Student monatlich sparen?

Eine feste Quote gibt es nicht. Ziehe von deinen Einnahmen die Fixkosten und den Alltagsbedarf ab, dann siehst du, was übrig bleibt. Auch kleine Beträge zählen, wenn du sie regelmäßig zurücklegst. Im Beispiel oben bleiben Jonas 145,75 €, davon legt er 100 € zurück.

Lohnt sich ein Sparplan, wenn ich BAföG bekomme?

Das ist möglich. Bis zum Alter von 29 Jahren darf dein Vermögen 15.000 € betragen, ohne dass es das BAföG betrifft. Sparpläne mit kleinen Raten bleiben meist weit darunter. Sobald dein Vermögen die Grenze erreicht, solltest du beim BAföG-Amt nachfragen.

Muss ich erst einen Notgroschen aufbauen, bevor ich investiere?

Das ist die empfohlene Reihenfolge. Ohne Rücklage musst du bei einem unerwarteten Ausgabenschub womöglich Anteile verkaufen, auch wenn die Kurse gerade niedrig stehen. Die Kosten eines Monats sind ein erreichbarer erster Zielwert. Erst danach beginnt der Sparplan, und die Rücklage baust du bei Bedarf nebenher weiter aus.

Wie viel Geld darf ich nebenbei verdienen, ohne dass es das BAföG mindert?

Eigenes Einkommen bis 603 € brutto im Monat bleibt ohne Folgen für das BAföG. Beim Mindestlohn von 13,90 € pro Stunde entspricht das rechnerisch bis zu 43 Arbeitsstunden im Monat (43 × 13,90 € = 597,70 €). Bei einem höheren Verdienst sinkt die Förderung anteilig.

So gehst du jetzt vor

  1. Schreibe deine monatlichen Einnahmen und Fixkosten auf und rechne aus, was ein Monat kostet.
  2. Richte ein eigenes Konto für den Notgroschen ein und lege eine feste Rate fest.
  3. Kläre deine Krankenversicherung und frag bei den Eltern nach der Haftpflicht.
  4. Starte nach dem Notgroschen einen Sparplan mit einer Rate, die du dauerhaft zahlen kannst.

Wenn du deine Absicherung im Studium durchsprechen willst, findest du auf der Startseite von Academycon den Weg zur Beratung.

Erfahrungen zu uns findest du bei ProvenExpert, Trustlocal und Trustindex. Erwähnt wurde Academycon unter anderem in einer Anzeige auf Spiegel.de. Eine Übersicht aller Erwähnungen steht auf der Presseseite.

Zum Vermögensaufbau gehört auch die Absicherung der Grundrisiken. Welche Versicherungen im Studium üblich sind, beschreibt der Beitrag Absicherung im Studium: Haftpflicht, Hausrat und Unfall.

Passend dazu

Stand: Oktober 2026. Dieser Beitrag informiert allgemein und ersetzt keine individuelle Beratung.

This guide is also available in English: Read the English version.

Teilen

Weitere Artikel

Berufseinsteigerin mit Mitarbeiterausweis am ersten Arbeitstag

Bewerbung ohne Berufserfahrung: Diese Unterlagen zählen

Zwei Studentinnen auf dem Campus im Herbst

ADHS im Studium: Nachteilsausgleich beantragen

Studentin mit Fahrradhelm vor einem Universitätsgebäude

Hundehaftpflicht Kosten: Was den Beitrag bestimmt und was sie zahlt